Denkgeste → Spur → Unterbrechung → Denkraum
Die Arbeiten von Steffen Rolla operieren in Situationen, in denen Wahrnehmung aussetzt und ein offener Denkraum entsteht.
Ausgangspunkt ist eine minimale Handlung – eine Denkgeste. Sie erscheint als Linie, als Spannung im Material oder als sprachliches Fragment.
In allen Fällen entsteht eine Spur, die Wahrnehmung nicht abbildet, sondern unterbricht.
Werkstruktur
Geste → Spur → Unterbrechung → Denkraum
Diese Struktur erscheint in unterschiedlichen Medien:
Zeichnung · Material · Sprache
Die Linie ist keine Darstellung, sondern Handlung. Wiederholung erzeugt Rhythmus, Verdichtung und Abweichung.
Material wird nicht geformt, sondern gehalten. Form entsteht als Spannung und verschwindet mit ihr.
Sprache erscheint als Fragment. Sie erzeugt Bedeutung und entzieht sie im selben Moment.
Werkentwicklung
Frühe Arbeiten mit seriellen vertikalen Linien verstehen die Linie als minimale Geste. Die Fläche wird zu einem Feld von Spuren, in dem Wahrnehmung in Bewegung gerät.
Spätere Arbeiten verschieben diese Logik in Material und Raum. Form erscheint als temporäre Spannung zwischen Körper, Material und Situation.
Parallel dazu entstehen sprachliche Arbeiten. Fragmente im Raum unterbrechen gewohnte Bedeutungsabläufe, ohne sie zu ersetzen.
CMG
CMG Core bildet das experimentelle Feld dieser Praxis.
Materialhandlung, Spur und sprachliche Setzung sind keine getrennten Bereiche, sondern unterschiedliche Erscheinungsformen derselben Struktur:
Unterbrechung vor Bedeutung.
Werkprinzip
Nicht die Aussage ist die Arbeit – sondern die Unmöglichkeit, sie zu schließen.
Person
Steffen Rolla (*1965) lebt und arbeitet in Dortmund.
Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Zeichnung, Materialhandlung und Sprache und untersuchen Bedingungen, unter denen Wahrnehmung und Denken sich verschieben.
© 2026 Steffen Rolla