Wirkfeld

HEALTHY

Körper vor der Bewertung.

Was gibt unserer Wahrnehmung des Körpers Richtung?

HEALTHY bezeichnet das gesellschaftliche Wirkfeld, in dem künstlerische Arbeiten und Untersuchungen auf Gesundheitsversorgung, Pflege, Prävention und betriebliche Gesundheitszusammenhänge treffen.

Körperliche Erfahrungen entstehen nicht unabhängig von ihrem Zusammenhang.

Bewegung, Widerstand, Berührung, Raum, Zeit, Erwartungen und vorhandenes Wissen können beeinflussen, wie Menschen ihren Körper wahrnehmen und beschreiben.

Im Gesundheitskontext kommen medizinische Begriffe, Diagnosen, institutionelle Abläufe und fachliche Bewertungen hinzu.

Diese können für Versorgung und Schutz notwendig sein. Sie sind jedoch nicht mit der Gesamtheit des subjektiven körperlichen Erlebens identisch.

WHAT DIRECTS? – Investigations into what shapes how we see, think and act – kann hier untersuchen, wodurch eine körperliche Erfahrung Bedeutung erhält, wie sie gedeutet wird und wann sie zu einer Bewertung oder Handlung führt.

Ausgangspunkt können Materialien, Bewegungen, räumliche Bedingungen, Geräusche, dokumentierte Prozesse oder konkrete Situationen sein.

CMG kann bei geeigneten Untersuchungen als spezifische Architektur eingesetzt werden. Nicht jede HEALTHY-Untersuchung verwendet CMG. Nicht jede künstlerische Arbeit im Gesundheitskontext gehört zu WHAT DIRECTS?.

NICHT NUR: WAS NEHMEN WIR KÖRPERLICH WAHR?
SONDERN: WAS HAT UNSERER WAHRNEHMUNG BEREITS RICHTUNG GEGEBEN?

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Körper und Aufmerksamkeit – Wirkfeld HEALTHY

Kontexte in Gesundheit

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  • Körperwahrnehmung

    Wann wird aus einer körperlichen Empfindung eine benannte Erfahrung?

    Körperliche Empfindungen werden unter bestimmten Bedingungen wahrgenommen und beschrieben.

    Aufmerksamkeit, Erinnerungen, Sprache, Erwartungen und vorhandenes Wissen können beeinflussen, wie eine Erfahrung eingeordnet wird.

    Eine künstlerische Untersuchung kann sich mit diesen Beziehungen beschäftigen, ohne die Empfindung selbst infrage zu stellen.

    Nicht jede körperliche Erfahrung muss bewertet oder verändert werden.

  • Widerstand & Grenze

    Was gibt einer Bewegung Richtung, wenn Material oder Körper eine Grenze setzen?

    Ein Material widersetzt sich einer Handlung. Eine Bewegung wird langsamer. Ein Körper erreicht eine Grenze. Eine Handlung wird verändert oder beendet.

    Widerstand kann neue Möglichkeiten eröffnen, aber auch eine notwendige Grenze markieren.

    Eine künstlerische Untersuchung muss Widerstand nicht überwinden. Sie kann untersuchen, wie Widerstand die Wahrnehmung und den weiteren Handlungsverlauf beeinflusst.

    Was geschieht, wenn eine Handlung nicht wie erwartet möglich ist? Menschen können ihre Handlung verändern, eine andere Möglichkeit entdecken, die Grenze anerkennen oder bewusst darauf verzichten. Widerstand macht die Beziehung zwischen Körper, Material und Handlung sichtbar. Er ist keine Schwäche und kein Defizit.

    WIDERSTAND MUSS NICHT ÜBERWUNDEN WERDEN.
    ER KANN VERÄNDERN, WAS ALS NÄCHSTES MÖGLICH IST.

  • Bewegung & Handlung

    Wann wird aus einer möglichen Bewegung die tatsächliche Bewegung?

    Körperliche Bewegung entsteht innerhalb vorhandener Bedingungen.

    Raum, Material, Gleichgewicht, Erfahrung, Aufmerksamkeit und körperliche Möglichkeiten können beeinflussen, welche Handlung ausgeführt wird.

    Eine künstlerische Untersuchung kann diese Bedingungen erfahrbar machen.

    Nicht jede Möglichkeit muss tatsächlich ausgeführt werden. Das bewusste Unterlassen einer Handlung kann ebenso Teil des Untersuchungsverlaufs sein.

    Zwei Menschen können demselben Material oder derselben räumlichen Anordnung begegnen. Wahrnehmungen, Bewegungen und körperliche Möglichkeiten können verschieden sein. Durch die Anwesenheit der anderen Person können sich Abstand, Richtung, Tempo und Handlung verändern.

    DUO ist eine künstlerische Interventionsform, keine therapeutische Partnerübung und keine Trainingsmethode. Es gibt keine gemeinsame Bewegungsform, die erfüllt werden müsste. Die Beteiligten können unabhängig voneinander handeln, eine Bewegung verändern, aussetzen oder die Teilnahme beenden.

  • Aufmerksamkeit & Rhythmus

    Wie verändern Zeit, Wiederholung und Unterbrechung unsere körperliche Wahrnehmung?

    Wiederholung kann eine Handlung vertraut machen. Eine Pause kann Aufmerksamkeit verändern. Ein Rhythmus kann Bewegungen strukturieren. Ein unerwarteter Wechsel kann bisher unbeachtete körperliche Erfahrungen sichtbar machen.

    Künstlerische Untersuchungen können mit Zeit, Rhythmus, Bewegung und Unterbrechung arbeiten.

    Dabei wird kein bestimmter Entspannungs-, Konzentrations- oder Gesundheitszustand als Ergebnis vorausgesetzt.

  • Fürsorge & Institution

    Wie beeinflussen räumliche, soziale und institutionelle Bedingungen die Wahrnehmung des Körpers?

    Gesundheitliche und pflegerische Situationen sind durch Räume, Abläufe, fachliche Zuständigkeiten, Schutzregeln und soziale Beziehungen geprägt.

    Diese Bedingungen können beeinflussen, wie Menschen ihren Körper erleben und welche Handlungen ihnen möglich sind.

    Eine künstlerische Untersuchung kann solche Zusammenhänge betrachten, ohne medizinische oder pflegerische Entscheidungen zu ersetzen.

    Schutzbedürfnisse und fachliche Verantwortlichkeiten bleiben verbindlich.

    Wer bestimmt, was ein Körper leisten soll? Anforderungen, Abläufe und fachliche Einschätzungen können notwendig sein. Erwartungen an Belastbarkeit, Bewegung, Selbstständigkeit und Teilnahme prägen mit, welche Handlungen möglich erscheinen. Medizinische Beurteilungen werden nicht pauschal infrage gestellt. Untersucht wird zusätzlich das Verhältnis von Körper, Institution und eigener Handlung.

Was wäre, wenn der Körper nicht sofort bewertet wird?

Nicht jede Bewertung ist problematisch. Medizinische Einschätzungen können notwendig und lebenswichtig sein.

Eine künstlerische Untersuchung kann die Bedingungen untersuchen, unter denen eine körperliche Erfahrung wahrgenommen, beschrieben und bewertet wird.

Sie stellt medizinische Beurteilungen nicht grundsätzlich infrage und ersetzt sie nicht.

Eine veränderte Bedingung führt nicht zwangsläufig zu einer veränderten Handlung. Manche Bewegungen werden angepasst, andere bleiben, wieder andere werden unterbrochen oder nicht ausgeführt. RESIST / SHIFT benennt diese Reaktionen. Veränderung gilt dabei nicht als Fortschritt und nicht als Leistungssteigerung, therapeutische Wirkung oder Überwindung einer gesundheitlichen Grenze.

Untersucht wird, wodurch eine körperliche Erfahrung zur Bewertung wird. Nicht, dass Bewertung vermieden werden müsste.

Wann wird aus einer körperlichen Erfahrung eine Bewertung?

Ein Material wird berührt.

Ein Widerstand wird spürbar.

Eine Bewegung verändert sich.

Ein Körper reagiert.

Eine Grenze wird bemerkt.

Eine Empfindung wird benannt.

Eine Erwartung tritt hinzu.

Eine Bewertung entsteht.

Doch wann geschieht das? Was nehmen wir tatsächlich wahr? Was erkennen wir aufgrund unseres bisherigen Wissens? Wann wird eine körperliche Erfahrung als angenehm, unangenehm, leicht, schwer, möglich oder unmöglich eingeordnet? Und wodurch verändert sich diese Einordnung?

WHAT DIRECTS? kann solche Übergänge zum Gegenstand einer künstlerischen Untersuchung machen.

Körperliche Beschwerden, Schmerzen, Einschränkungen oder Symptome werden dadurch nicht relativiert. Die künstlerische Untersuchung ersetzt keine fachliche Einschätzung.

NICHT JEDE KÖRPERLICHE ERFAHRUNG IST BEREITS EINE BEWERTUNG.
ABER JEDE BEWERTUNG ENTSTEHT UNTER BESTIMMTEN BEDINGUNGEN.

Wie eine künstlerische Untersuchung im Gesundheitskontext entsteht

Ausgangspunkt kann eine bereits bestehende Situation sein. Ein Raum. Ein Material. Eine Bewegung. Ein Arbeitsrhythmus. Eine körperliche Erfahrung. Eine Erwartung. Eine institutionelle Regel.

Eine Untersuchung kann zunächst fragen, welche Bedingungen bereits wirksam sind. Sie kann diese Bedingungen beobachten, vergleichen oder bewusst verändern.

Bei geeigneten Vorhaben können Wahrnehmung, körperliche Bewegung, Materialien, Klang, Sprache oder räumliche Beziehungen einbezogen werden. Die konkrete Gestaltung richtet sich nach den beteiligten Menschen und den vorhandenen Schutzanforderungen.

Nicht jede Untersuchung erfordert körperliche Aktivität. Und nicht jede körperliche Grenze muss überwunden werden.

Eigenständige Werke können im Gesundheitskontext erscheinen, ohne eine benannte Untersuchung zu sein. Nicht jede künstlerische Arbeit dort ist eine WHAT DIRECTS?-Untersuchung.

DIE BEDINGUNGEN KÖNNEN VERÄNDERT WERDEN.
DIE GRENZEN DER BETEILIGTEN SIND ZU RESPEKTIEREN.

Mögliche Realisierungen

Mögliche Realisierungen

Mögliche Formen, keine Liste abgeschlossener Projekte und keine behaupteten Behandlungsergebnisse. Eine Gesundheitseinrichtung, Klinik, Pflegeeinrichtung, Stiftung, Kommune oder ein Unternehmen kann beispielsweise anfragen:

  • künstlerische Untersuchungen von Materialien und Körperwahrnehmung
  • räumliche und zeitliche Setzungen
  • freiwillige Bewegungs- und Wahrnehmungssituationen
  • Klang- und Audioarbeiten
  • Untersuchungen institutioneller Bedingungen
  • künstlerische Arbeiten in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen
  • Untersuchungen von Arbeitsrhythmen
  • fotografische und filmische Dokumentationen
  • physische Editionen und künstlerische Spuren
  • Untersuchungen körperlicher Handlungsmöglichkeiten
  • eine körperlich-materielle Setzung für Beschäftigte oder andere Beteiligte
  • einen freiwilligen gemeinsamen Vollzug mit Mitarbeitenden, Patientinnen, Patienten oder Angehörigen
  • eine längerfristige künstlerische Zusammenarbeit

Beauftragt wird keine standardisierte Gesundheitsmaßnahme und keine gesundheitliche Wirkung. Jede Realisierung wird aus dem konkreten Ort, den Beteiligten und den jeweiligen Schutzanforderungen entwickelt.

Eigenständige künstlerische Praxis

Abgrenzung

HEALTHY ist kein medizinisches, therapeutisches oder pflegerisches Behandlungsangebot.

WHAT DIRECTS? und CMG stellen keine Diagnosen, behandeln keine Erkrankungen und ersetzen keine fachliche Versorgung.

Die künstlerischen Untersuchungen versprechen keine Reduzierung von Stress, Linderung von Beschwerden oder Verbesserung der körperlichen oder psychischen Gesundheit.

Sie können Situationen eröffnen, in denen Körperwahrnehmung, Materialien, Bewegungen, räumliche Bedingungen und ihre Deutungen künstlerisch untersucht werden.

KÜNSTLERISCHE UNTERSUCHUNG IST KEINE MEDIZINISCHE BEHANDLUNG.

Schutz und Freiwilligkeit

Schutz und Freiwilligkeit

Die Teilnahme an einer künstlerischen Untersuchung ist freiwillig.

Beteiligte können eine Handlung ablehnen, unterbrechen oder beenden.

Körperliche und psychische Belastungsgrenzen werden respektiert. Die Untersuchungen müssen an die tatsächlichen Fähigkeiten, Bedürfnisse und Schutzanforderungen der Beteiligten angepasst werden.

Berührung erfolgt nur nach ausdrücklicher Einwilligung.

Gesundheitsbezogene persönliche Informationen werden nicht ohne erforderliche Grundlage erhoben oder veröffentlicht.

Medizinische und therapeutische Vorgaben bleiben verbindlich, wo sie notwendig sind. Schmerzen, Erschöpfung oder andere Warnsignale sind kein Material, das ignoriert werden soll. Keine Bewegung wird als für alle Menschen geeignet dargestellt.

Es gibt keinen Leistungsmaßstab, den alle erfüllen müssen. Zugänglichkeit wird bei der Konzeption berücksichtigt. Pflegerische Schutzanforderungen bleiben verbindlich.

KÜNSTLERISCHE ERGEBNISOFFENHEIT BEDEUTET NICHT, DASS SCHUTZGRENZEN OFFENSTEHEN.

HEALTHY im Unternehmen

HEALTHY im Unternehmen

Körperliche Erfahrungen innerhalb von Unternehmen stehen auch im Zusammenhang mit Arbeitsräumen, Rhythmen, Routinen, organisatorischen Regeln und Erwartungen.

Diese Bedingungen können beeinflussen, welche Bewegungen, Unterbrechungen und Handlungen möglich erscheinen.

Eine künstlerische Untersuchung kann diese Zusammenhänge sichtbar machen, ohne eine individuelle Diagnose oder organisatorische Gesundheitsbewertung vorzunehmen.

HEALTHY und WORK bleiben unterschiedliche gesellschaftliche Wirkfelder.

Welche Bedingungen einer Organisation beeinflussen, was ein Mensch körperlich tun kann – und was nicht?

Künstlerische Untersuchungen im Gesundheitskontext

HEALTHY bezeichnet ein gesellschaftliches Wirkfeld. WHAT DIRECTS? kann innerhalb dieses Wirkfelds eigenständige künstlerische Untersuchungen entwickeln.

Eine Untersuchung kann von Materialien, räumlichen Bedingungen, vorhandenen Routinen, körperlichen Erfahrungen oder einer offenen Frage ausgehen.

Ort, Dauer, Teilnahmebedingungen, Materialien, Verantwortlichkeiten und notwendige Schutzmaßnahmen werden vorab vereinbart. Der künstlerische Verlauf bleibt innerhalb dieses Rahmens offen.

Bei Untersuchungen mit Patientinnen, Patienten oder pflegebedürftigen Menschen sind die fachlichen Verantwortlichkeiten der jeweiligen Einrichtung, die Freiwilligkeit der Teilnahme und besondere Schutzanforderungen maßgeblich.

BEAUFTRAGT WIRD EINE KÜNSTLERISCHE UNTERSUCHUNG.
KEINE MEDIZINISCHE ODER THERAPEUTISCHE WIRKUNG.

CMG als mögliche Untersuchungsarchitektur

CMG – Creative Mind Gymnastics – ist eine spezifische Architektur, die aus der langjährigen künstlerischen Praxis von Steffen Rolla hervorgegangen ist.

Sie kann innerhalb geeigneter HEALTHY-Untersuchungen eingesetzt werden. Dabei können bereits wirksame Bedingungen, bewusste Setzungen, offene Fragen, körperliche Vollzüge und Spuren miteinander in Beziehung gesetzt werden.

Die Architektur strukturiert die Untersuchung, ohne ein bestimmtes gesundheitliches oder künstlerisches Ergebnis vorzugeben. Nicht jede HEALTHY-Untersuchung benötigt CMG. WHAT DIRECTS? bleibt ein eigenständiges Untersuchungsfeld.

Zusammenarbeit

HEALTHY kann in Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Gesundheitszentren, Unternehmen, Kommunen, Stiftungen und anderen Orten der Gesundheitsversorgung oder Prävention realisiert werden.

Die Zusammenarbeit beginnt nicht mit einem fertigen Programm. Ausgangspunkt sind der konkrete Ort, die beteiligten Menschen, die vorhandenen Schutzbedingungen und die Frage, die dort künstlerisch untersucht werden soll.

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