Physisch
Ausstellung
Installation
öffentlicher Raum
Reise
Aufführung
Begegnung
Intervention
Recherche vor Ort
Ganz einfach: Eine Situation besteht aus Bedingungen, unter denen etwas geschieht. Sie kann physisch, digital oder hybrid sein. Sie kann eine Arbeit zeigen oder selbst untersucht werden. WHAT DIRECTS? und CMG müssen dabei nicht vorkommen.
Wo Bedingungen wirksam werden.
Eine Arbeit erscheint unter bestimmten Bedingungen.
Eine Untersuchung beginnt innerhalb bereits vorhandener Zusammenhänge.
Ein Raum. Ein Zeitpunkt. Ein Gegenstand. Ein Körper. Eine Erwartung. Eine Information. Eine Begegnung.
Diese Bedingungen beeinflussen nicht nur, wie etwas wahrgenommen wird.
Sie können auch beeinflussen, welche Handlung möglich erscheint, welche Entscheidung getroffen wird und wie sich eine Situation weiterentwickelt.
Manche Bedingungen bestehen bereits.
Andere werden bewusst gesetzt.
Wieder andere entstehen erst im Verlauf.
DIE SITUATION IST KEIN NEUTRALER RAHMEN.
SIE WIRKT AN DEM MIT, WAS GESCHIEHT.
Eine physische Situation entsteht durch die tatsächliche Begegnung mit einem Ort, einem Material, einem Gegenstand, einem Menschen oder einer Handlung.
Raum, Körper, Abstand, Bewegung, Zeit und sinnliche Erfahrung wirken an dem mit, was geschieht.
Eine Situation kann bereits vorhanden sein oder bewusst hergestellt werden.
Eine Veränderung des Standpunkts, eine Berührung, eine Handlung oder eine Begegnung kann den weiteren Verlauf verändern.
DER KÖRPER IST NICHT NUR ANWESEND.
ER KANN TEIL DER UNTERSUCHUNG SEIN.
Digitale Situationen entstehen durch Bildschirme, Aufzeichnungen, Interfaces, Sprache, Bilder, Informationen und zeitliche Anordnungen.
Was erscheint, ist bereits durch Auswahl, Ausschnitt, Reihenfolge und technische Bedingungen geprägt.
Eine digitale Begegnung kann eine andere Erfahrung eröffnen als die Begegnung mit dem ursprünglichen Gegenstand oder Prozess.
Auch eine Dokumentation erzeugt eine neue Situation der Wahrnehmung.
WAS WIR SEHEN, IST NICHT IDENTISCH MIT ALLEM, WAS GESCHEHEN IST.
Hybride Situationen verbinden physische und digitale Bedingungen.
Eine Handlung kann körperlich stattfinden und digital vermittelt werden.
Eine Aufzeichnung kann eine spätere physische Untersuchung auslösen.
Eine digitale Information kann verändern, wie ein Gegenstand wahrgenommen, behandelt oder bewertet wird.
Entscheidend ist nicht allein, welche Medien beteiligt sind.
Entscheidend ist, wie sich die Bedingungen gegenseitig beeinflussen.
DIE BEDINGUNGEN WECHSELN.
DIE BEGEGNUNG VERÄNDERT SICH.
Ein Werk und seine Situation sind nicht dasselbe.
Eine Arbeit kann bestehen bleiben, während ihre Bedingungen wechseln.
Ein Bild kann in einem Atelier entstehen, später in einer Ausstellung erscheinen und schließlich auf einem Bildschirm betrachtet werden.
Dabei bleibt das Werk möglicherweise dasselbe.
Aber die Begegnung verändert sich.
Eine Untersuchung kann eine bestehende Situation zum Ausgangspunkt nehmen.
Sie kann Bedingungen verändern, Menschen miteinander in Beziehung bringen oder Informationen bewusst zurückhalten.
Sie kann untersuchen, wann eine Handlung möglich wird, warum eine andere unterbleibt oder wodurch sich eine Entscheidung verändert.
EIN WERK KANN IN UNTERSCHIEDLICHEN SITUATIONEN ERSCHEINEN.
EINE UNTERSUCHUNG KANN DIE SITUATION SELBST VERÄNDERN.
Nicht jede Situation wird bewusst hergestellt.
Viele Bedingungen sind bereits vorhanden, bevor eine Untersuchung beginnt.
Ein Raum ist eingerichtet. Eine Reihenfolge steht fest. Eine Erwartung ist entstanden. Eine Information wurde gegeben. Eine Entscheidung erscheint selbstverständlich.
WHAT DIRECTS? kann genau dort ansetzen.
Welche Bedingungen wirken bereits?
Welche Möglichkeiten werden sichtbar?
Welche bleiben unbeachtet?
Was verändert sich, wenn eine Bedingung wegfällt oder eine andere hinzukommt?
Eine Untersuchung kann eine Situation beobachten, verändern oder neu herstellen.
Aber sie kann nicht vollständig vorwegnehmen, was daraufhin geschieht.
DIE BEDINGUNGEN KÖNNEN GESETZT WERDEN.
DER VERLAUF BLEIBT OFFEN.
Für bestimmte Untersuchungen kann CMG eingesetzt werden.
Dabei lassen sich bereits wirksame Bedingungen erfassen, Setzungen vornehmen, Fragen entwickeln, Vollzüge ermöglichen und Spuren untersuchen.
CMG strukturiert die Untersuchung, ohne deren Ergebnis festzulegen.
Nicht jede Situation erfordert diese Architektur.
Situationen sind nicht statisch.
Etwas wird hinzugefügt. Etwas wird entfernt. Eine Information wird bekannt. Eine Handlung findet statt. Eine Möglichkeit verschwindet. Eine andere entsteht.
Was im einen Moment noch möglich war, kann im nächsten ausgeschlossen sein.
Was vorher undenkbar erschien, kann plötzlich zur tatsächlichen nächsten Handlung werden.
WHAT DIRECTS? untersucht deshalb nicht nur einzelne Situationen.
Untersucht werden können auch ihre Übergänge.
SITUATION 01 ↓ VERÄNDERUNG ↓ SITUATION 02 ↓ ?
WAS GIBT DEM ÜBERGANG VON EINER SITUATION IN DIE NÄCHSTE RICHTUNG?
WANN WIRD AUS EINEM NOCH-MÖGLICH EIN NICHT-MEHR-MÖGLICH?
WAS MUSS GESCHEHEN, DAMIT ETWAS, DAS BISHER NICHT MÖGLICH WAR, MÖGLICH WIRD?
Mögliches Untersuchungsszenario an ANCHOA. Die Sequenz zeigt, wie eine Untersuchung verlaufen kann. Sie ist hier nicht als Dokumentation eines einzelnen durchgeführten Ablaufs angelegt.
Situation 01
Eine verschlossene Konservendose liegt auf dem Tisch. Herkunft, Geschmack und Inhalt sind noch nicht bekannt.
Situation 02
Die Dose wird geöffnet. Geruch und sichtbarer Inhalt verändern die Bedingungen.
Situation 03
Der Inhalt wird probiert. Eine körperliche Erfahrung tritt hinzu.
Situation 04
Herkunft, Hersteller und Herstellungsverfahren werden bekannt. Die Erfahrung steht nun in einem erweiterten Zusammenhang.
Die Dose muss sich dabei nicht verändern.
Aber die Situation verändert sich.
Und mit ihr möglicherweise das, was wir über dieselbe Dose denken.
WANN WIRD DASSELBE ANDERS?
SITUATIONEN HEUTE
Ausstellung
Installation
öffentlicher Raum
Reise
Aufführung
Begegnung
Intervention
Recherche vor Ort
Website
Film
Audio
digitale Publikation
Online-Arbeit
Interface
Plattform
Ort + Website
QR + Audio
Installation + Film
körperlicher Vollzug + digitale Spur
Reise + digitales Archiv
Diese Einteilung beschreibt die Erscheinungsform.
Sie ist nicht der Untersuchungsbezug.
Eine physische Situation ist nicht automatisch eine WHAT DIRECTS?-Untersuchung.
Eine digitale Veröffentlichung ist nicht automatisch ein eigenständiges Werk.
ERSCHEINUNGSFORM UND UNTERSUCHUNGSBEZUG
SIND NICHT DASSELBE.
Eine Situation ist nicht nur ein Ort.
Sie besteht aus Bedingungen, die bereits vorhanden sind, bewusst gesetzt werden oder erst im Verlauf entstehen.
Sie beeinflusst, was wahrgenommen, gedacht und getan werden kann.
Ein Werk kann in unterschiedlichen Situationen erscheinen.
Eine Untersuchung kann Situationen selbst verändern.
Nicht jede Veränderung lässt sich planen.
Und nicht jede Möglichkeit bleibt bestehen.
EINE SITUATION BESTIMMT NICHT, WAS ALS NÄCHSTES GESCHIEHT.
ABER SIE BEEINFLUSST, WAS ALS NÄCHSTES MÖGLICH IST.
WHAT DIRECTS? — künstlerische Untersuchungen (externer Link)
Das Archiv versammelt konkrete Situationen: Ausstellungen, Veröffentlichungen, Aufführungen, Reisen, Installationen, digitale Veröffentlichungen und hybride Setzungen.
Erscheinungsform und Untersuchungsbezug bleiben getrennt. Eine physische Situation ist nicht automatisch eine WHAT DIRECTS?-Untersuchung. Eine digitale Veröffentlichung ist nicht automatisch ein eigenständiges Werk. Beziehungen werden nur gezeigt, wenn sie angelegt sind.