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DER KÖRPER IST NOCH NICHT SEIN BILD.
Ich untersuche, wie wir Körper wahrnehmen, darstellen und bewerten. Mich interessiert, welche gesellschaftlichen Bilder unsere Vorstellungen von Schönheit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit prägen – und was geschieht, wenn wir den eigenen Körper nicht nur betrachten und messen, sondern unmittelbar erfahren.
DAS BILD IST EINE RICHTUNG. NICHT DER GANZE KÖRPER.
Steffen Rolla · Seit 2026 · Fortlaufende künstlerische Untersuchung
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DER KÖRPER IST NOCH NICHT SEIN BILD.
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DAS URTEIL WAR SCHNELLER ALS DER AUFTRITT.
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01 — AUSGANGSPUNKT
Wir sehen einen Körper.
Und beginnen häufig bereits, ihn zu beurteilen.
Seine Form.
Seine Haltung.
Seine Bewegung.
Sein Alter.
Seine vermeintliche Fitness.
Manchmal reicht ein kurzer Blick, um eine Vorstellung entstehen zu lassen.
Doch was nehmen wir dabei tatsächlich wahr?
Den Körper selbst?
Oder ein Bild, das durch unsere Erfahrungen, Erwartungen und gesellschaftlichen Vorstellungen geprägt ist?
Ein Körper kann als schön, leistungsfähig, attraktiv, gesund oder untrainiert erscheinen.
Solche Zuschreibungen wirken oft selbstverständlich.
Dabei sagen sie nicht nur etwas über den betrachteten Körper aus.
Sie erzählen auch etwas über die Maßstäbe, mit denen wir ihn betrachten.
Mich interessiert, was geschieht, wenn wir diese Maßstäbe selbst zum Gegenstand einer Untersuchung machen.
02 — WAS ICH UNTERSUCHE
Ich untersuche, wie körperliche Erscheinung, gesellschaftliche Vorstellungen und persönliche Erfahrung miteinander verbunden sind.
Was sehen wir, wenn wir einen Körper betrachten?
Welche Eigenschaften schreiben wir ihm zu?
Wie beeinflussen Bilder aus Werbung, Medien und sozialen Netzwerken unsere Wahrnehmung?
Und wann verwechseln wir eine sichtbare Körperform mit einer Aussage über den ganzen Menschen?
Mich interessiert dabei auch die eigene Körperwahrnehmung.
Wie erleben wir unseren Körper von innen?
Was spüren wir während einer Bewegung?
Wie erkennen wir unsere Möglichkeiten und Grenzen?
Welche Rolle spielen Messwerte, Trainingsziele und gesellschaftliche Erwartungen?
Ein Körper kann in einem Bild stillstehen.
Doch im tatsächlichen Leben bewegt, verändert und erfährt er sich.
WHAT DIRECTS? — Welche Vorstellungen bestimmen unseren Blick auf Körper, und was übersehen wir, wenn wir nur ihre Erscheinung beurteilen?
03 — KÜNSTLERISCHE PRAXIS
Der Körper wird zum Ausgangspunkt künstlerischer Untersuchungen.
Fotografie, Film, Sprache, Bewegung und körperliche Handlungen eröffnen unterschiedliche Zugänge.
Ein Bild kann eine Körperform hervorheben.
Ein Ausschnitt kann eine bestimmte Bedeutung erzeugen.
Eine Bezeichnung kann eine Wahrnehmung verändern, noch bevor wir uns mit der tatsächlichen Bewegung oder Funktion beschäftigen.
Mich interessiert diese Verschiebung zwischen Erscheinung und Erfahrung.
Ein Muskel ist zunächst Teil eines Körpers, der sich bewegt und handelt.
Doch die Betrachtung seiner Form kann andere Bedeutungen hervorbringen.
Körperteile werden zu Bildern.
Bilder werden zu Maßstäben.
Und Maßstäbe beeinflussen wiederum, wie Menschen ihre eigenen Körper betrachten und verändern möchten.
Auch meine eigene Bewegung kann Teil einer Untersuchung sein.
Wie verändert sich meine Wahrnehmung, wenn ich eine Haltung einnehme, eine Bewegung wiederhole oder eine körperliche Grenze erfahre?
Was erkenne ich durch unmittelbares Handeln, das ein Bild allein nicht vermitteln kann?
04 — DIE KOLLEKTION
DER KÖRPER IST NOCH NICHT SEIN BILD verbindet Untersuchungen über Körperwahrnehmung, Attraktivität, gesellschaftliche Zuschreibungen, Bewegung und körperliche Erfahrung.
Einzelne Untersuchungen können von Bildern, Aussagen, Begriffen oder alltäglichen Situationen ausgehen.
Eine Arbeit kann untersuchen, wie schnell ein Urteil über einen Körper entsteht.
Eine andere kann die Beziehung zwischen Körperform und körperlicher Funktion befragen.
Wieder andere können sich mit Fitnessbildern, Messwerten, Bewegung oder gesellschaftlichen Vorstellungen von Gesundheit beschäftigen.
Dabei geht es nicht darum, eine richtige Körperform gegen eine falsche auszuspielen.
Auch soll die eigene körperliche Erfahrung nicht gegen medizinisches oder wissenschaftliches Wissen gestellt werden.
Mich interessiert, wie unterschiedliche Formen der Wahrnehmung zusammenwirken und welche Bedeutung wir ihnen geben.
Die Kollektion bleibt offen für verschiedene Körper, Erfahrungen, Lebensphasen und Sichtweisen.
05 — WAS SICH VERSCHIEBT
Wenn ich einen Körper nicht ausschließlich als Bild betrachte, verändert sich möglicherweise meine Fragestellung.
Nicht nur: Wie sieht dieser Körper aus?
Sondern: Was kann dieser Körper?
Wie bewegt er sich?
Was erfährt der Mensch durch ihn?
Welche Bedingungen ermöglichen oder begrenzen sein Handeln?
Dabei wird auch meine Vorstellung von Leistung untersuchbar.
Ein Messwert kann eine körperliche Veränderung dokumentieren.
Aber er erklärt nicht vollständig, wie sich eine Bewegung anfühlt, welche Erfahrungen dabei entstehen oder welches Ziel ein Mensch verfolgt.
Ein attraktives Erscheinungsbild sagt nicht automatisch etwas über die körperlichen Möglichkeiten eines Menschen aus.
Und eine körperliche Besonderheit muss nicht allein aus der Perspektive einer gesellschaftlichen Norm betrachtet werden.
Der Körper ist nicht nur etwas, das wir ansehen und bewerten. Er ist auch die Voraussetzung dafür, dass wir unsere Umgebung wahrnehmen, erfahren und verändern können.
06 — OFFENE FORTSETZUNG
Unsere Vorstellungen von Körpern verändern sich.
Mit gesellschaftlichen Bildern.
Mit technischen Möglichkeiten.
Mit persönlichen Erfahrungen.
Und mit den Veränderungen unseres eigenen Körpers.
Was wir früher für selbstverständlich hielten, kann später fragwürdig werden.
Neue Erfahrungen können unseren Blick auf Bewegung, Attraktivität, Gesundheit und Leistung verändern.
Mich interessiert, wie ich selbst auf solche Veränderungen reagiere.
Welche Maßstäbe übernehme ich?
Welche überprüfe ich?
Und wann bemerke ich, dass mein eigenes Urteil bereits feststand, bevor ich genauer hingesehen habe?
Die Kollektion bleibt offen für weitere Bilder, Bewegungen, Erfahrungen und Perspektivwechsel.
Der Körper ist noch nicht sein Bild. Was nehmen wir wahr, wenn wir beginnen, hinter unsere eigenen Zuschreibungen zu schauen?
Untersuchungen
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