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WIR REISEN MIT UNSEREN VORSTELLUNGEN.

Ich untersuche, wie Erwartungen, Bilder und frühere Erfahrungen unsere Wahrnehmung auf Reisen beeinflussen. Mich interessiert, was wir tatsächlich entdecken, was wir übersehen und wie Begegnungen mit anderen Lebensweisen unsere ursprünglichen Vorstellungen verändern können.

Was verändert sich, wenn wir einer anderen Lebenswirklichkeit begegnen – und dabei unsere eigenen Gewohnheiten neu wahrnehmen?

  • 2025 23 Tage COMPLETED
  • 2026 34 Tage COMPLETED
  • 2027 San Sebastián und La Rioja PLANNED

ICH UNTERSUCHE. UND ICH TEILE.

Collection audio

WIR REISEN MIT UNSEREN VORSTELLUNGEN.

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LOCH. NOCH. NICHT.

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01 — AUSGANGSPUNKT

Zwei Reisen nach Nordspanien. Eine weitere ist geplant. Orte, Landschaften, Menschen, alltägliche Situationen und Begegnungen werden zu Ausgangspunkten meiner Untersuchungen. Dabei interessiert mich nicht allein das Fremde. Mich interessiert besonders, was eine andere Umgebung über meine eigenen Vorstellungen sichtbar machen kann. Was erscheint mir ungewohnt? Was beurteile ich zunächst aus meiner bisherigen Erfahrung?

Und wann beginne ich zu erkennen, dass meine gewohnte Sichtweise nur eine von mehreren möglichen ist? Eine Reise kann neue Orte zeigen. Sie kann aber auch den Blick auf das Vertraute verändern.

02 — WAS ICH UNTERSUCHE

Ich untersuche die Beziehung zwischen eigener Erwartung und unmittelbarer Erfahrung. Warum erscheint mir etwas selbstverständlich, das in einer anderen Umgebung anders gehandhabt wird? Welche kulturellen Gewohnheiten beeinflussen meine Wahrnehmung? Wann betrachte ich eine Besonderheit als Mangel, obwohl sie in einem anderen Zusammenhang sinnvoll sein kann? Ein Beispiel ist Brot. Große Löcher in einer Scheibe Weißbrot erschienen mir zunächst unpraktisch.

Aus der Vorstellung eines deutschen Butterbrots betrachtet, fehlt dort die Fläche für den Belag. Doch was geschieht, wenn Brot nicht hauptsächlich als belegte Scheibe gegessen wird, sondern eine andere Rolle innerhalb einer Mahlzeit einnimmt? Plötzlich wird nicht mehr nur das Brot fraglich. Auch meine Vorstellung davon, wofür Brot geeignet sein muss, wird zum Gegenstand der Untersuchung.

03 — KÜNSTLERISCHE PRAXIS

Ich beobachte, fotografiere, vergleiche und kehre zu Erfahrungen zurück. Eine alltägliche Situation kann eine Frage auslösen, die mich über die Reise hinaus beschäftigt. Bilder, Notizen, Gespräche, Gegenstände und Erinnerungen werden zu Untersuchungsmaterial. Dabei interessiert mich auch, wie Fotografien meine Wahrnehmung verändern. Ein Ausschnitt kann etwas hervorheben und anderes ausblenden.

Eine Erinnerung kann eine Situation anders erscheinen lassen, als ich sie ursprünglich erlebt habe. Der spätere Blick auf eine Aufnahme ermöglicht deshalb nicht nur einen Rückblick. Er kann eine neue Untersuchung beginnen.

04 — DIE KOLLEKTION

WIR REISEN MIT UNSEREN VORSTELLUNGEN. verbindet Untersuchungen, die aus Reiseerfahrungen, alltäglichen Beobachtungen und kulturellen Begegnungen hervorgehen. Die einzelnen Arbeiten müssen nicht denselben Gegenstand behandeln. Eine Untersuchung kann beim Essen beginnen. Eine andere bei einem Ort, einer Sprache, einer Bewegung oder einer gesellschaftlichen Gewohnheit.

Ihr Zusammenhang liegt in der Begegnung zwischen eigenen Vorstellungen und anderen Lebenswirklichkeiten. Nicht Nordspanien soll auf eine bestimmte kulturelle Eigenschaft reduziert werden. Vielmehr untersuche ich, was in konkreten Situationen zwischen Wahrnehmung, Erfahrung und Deutung geschieht.

05 — WAS SICH VERSCHIEBT

Eine andere Umgebung kann sichtbar machen, wie stark unsere Bewertungen vom eigenen Alltag geprägt sind. Was zunächst unpraktisch erscheint, kann unter anderen Bedingungen sinnvoll sein. Was wir als normal betrachten, ist möglicherweise nur vertraut. Dabei muss nicht jede bisherige Vorstellung falsch werden. Entscheidend ist, dass sie überprüfbar wird. Mich interessiert dieser Perspektivwechsel. Der Gegenstand kann unverändert bleiben.

Doch seine Bedeutung verändert sich, wenn wir ihn in einem anderen Zusammenhang betrachten.

Manchmal verändert eine Reise nicht zuerst das Bild eines anderen Ortes, sondern das Bild des eigenen Alltags.

06 — OFFENE FORTSETZUNG

Die Kollektion ist nicht abgeschlossen. Eine weitere Reise kann frühere Beobachtungen bestätigen, verändern oder infrage stellen. Vielleicht entdecke ich neue Zusammenhänge. Vielleicht erkenne ich, dass eine frühere Interpretation zu einfach war. Auch vorhandene Fotografien, Notizen und Erinnerungen können erneut betrachtet werden. Die Rückkehr ist deshalb mehr als eine Wiederholung.

Sie eröffnet die Möglichkeit, mit veränderter Aufmerksamkeit an frühere Fragen anzuschließen.

Was sehe ich heute anders? Und was wird sichtbar, wenn ich zurückkehre?

Untersuchungen

Current investigative context

Mit der Untersuchung „Das Loch im Brot“ wird sichtbar, wie eine vertraute Vorstellung von Qualität meine Wahrnehmung und Bewertung beeinflusst.

Was ich zunächst als Mangel betrachtete, erscheint mir inzwischen als eine Eigenschaft, deren Bedeutung auch von Verwendung, Erfahrung und mitgebrachten Maßstäben abhängt.

Damit eröffnet sich für die Kollektion eine weitere Frage: Reisen wir nicht nur mit unseren Vorstellungen, sondern auch mit den Maßstäben, nach denen wir neue Erfahrungen beurteilen?

Ob sich dieser Zusammenhang auch in weiteren Untersuchungen zeigt, bleibt offen.

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