DER KÖRPER WIRD TERMINAL.

Was geschieht mit unserer körperlichen Selbstbestimmung, wenn Bewegung, Stimme und Verhalten zur Schnittstelle digitaler Systeme werden?

Wenn der Bildschirm verschwindet, verschwindet dann auch die Steuerung?

Ich bewege mich, spreche, gehe durch einen Raum. Digitale Systeme können meine Stimme erkennen, Bewegungen erfassen und aus meinem Verhalten Informationen ableiten. Dafür muss ich nicht mehr ständig auf einen Bildschirm schauen.

Was zunächst nach größerer Bewegungsfreiheit aussieht, kann zugleich neue Formen der Erfassung ermöglichen. Wann wird mein Körper von einem Handelnden zu einer Schnittstelle, über die Systeme bedient werden?

Eigenständige Audioarbeit

DER KÖRPER WIRD TERMINAL.

4:20

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Transkript

[Intro]

Screen off.

System on.

Step.

Breath.

Signal.

Step.

Breath.

Signal.

I left the room.

The room came with me.

[Verse 1]

Glass finger.

Grid eye.

Soft border.

Click memory.

Scroll muscle.

Send reflex.

Here body.

There machine.

No.

Here machine.

There body.

No.

Border leaking.

I speak.

It listens.

I move.

It counts.

I pause.

It predicts.

Not started.

Already loading.

Not asking.

Already formed.

Not free.

Hands free.

[Hook]

Body.

Terminal.

Body.

Terminal.

Screen disappears.

Control remains.

Body.

Terminal.

Body.

Terminal.

Walk again.

System walks.

Walk again.

System walks.

[Verse 2]

Make it.

Find it.

Show it.

Plan it.

Make it.

Find it.

Show it.

Plan it.

Summarize my weather.

Summarize my hunger.

Summarize my doubt.

Summarize my face.

Voice becomes handle.

Breath becomes button.

Step becomes data.

Pause becomes proof.

I said help.

It heard command.

I said maybe.

It made a plan.

I said nothing.

It waited better.

[Pre-Hook]

Comfort.

Service.

Silence.

Capture.

Comfort.

Service.

Silence.

Capture.

You do not have to begin.

You do not have to begin.

You do not have to begin.

That is the offer.

[Hook]

Body.

Terminal.

Body.

Terminal.

Screen disappears.

Control remains.

Body.

Terminal.

Body.

Terminal.

Walk again.

System walks.

Walk again.

System walks.

[Bridge]

Microphone skin.

Sensor bone.

Carrier blood.

Trace home.

Microphone skin.

Sensor bone.

Carrier blood.

Trace home.

My walk: input.

My sentence: command.

My hesitation: data.

My doubt: demand.

I left the screen.

The screen

entered

me.

[Breakdown]

Is movement freedom?

If control

moves.

Is voice voice?

If voice

orders.

Is walking walking?

If every step

answers.

Step.

Breath.

Signal.

Step.

Breath.

Signal.

[Final]

Before task.

Before prompt.

Before search.

Before system.

Body only.

Breath only.

Not yet.

Body only.

Breath only.

Not yet.

No command.

No command.

No command.

[Last Hook]

Body.

Terminal.

Body.

Terminal.

Screen disappears.

Control remains.

Maybe not today.

Maybe not yet.

Maybe

just before.

Ausgangsimpuls

Screen disappears.
Control remains.

DER KÖRPER WIRD TERMINAL · Audioarbeit · UN/HEARD · RE/TEXT · 28.06.2026 · 4:20

Die Audioarbeit beschreibt eine Welt, in der Stimme, Schritte und körperliche Signale zu Eingaben werden. Die Grenze zwischen Mensch und digitalem System scheint sich aufzulösen.

Doch bedeutet jede Erfassung bereits Kontrolle? Und macht eine unsichtbare Bedienoberfläche den Menschen automatisch weniger selbstbestimmt?

Hier beginnt meine Untersuchung.

Hier beginnt die Untersuchung.

  1. 01

    Was nehme ich wahr?

    Früher war die digitale Schnittstelle für mich vor allem sichtbar: Bildschirm, Tastatur, Maus, Touchfläche. Heute können auch Sprache, Gesten, Bewegungen und Sensorwerte zur Bedienung dienen.

    Die Interaktion wird unmittelbarer und kann sich stärker in alltägliche Handlungen einfügen. Aber was verändert sich, wenn ich nicht mehr deutlich erkenne, wann eine Interaktion beginnt und endet?

  2. 02

    Was wirkt bereits?

    Technische Systeme werden nach bestimmten Vorstellungen entwickelt: Was soll einfach sein? Welche Handlung soll erkannt werden? Welche Information ist relevant?

    Auch meine eigenen Gewohnheiten verändern sich. Ich lerne, Befehle auszusprechen, Bewegungen anzupassen oder Empfehlungen zu folgen.

    Bequemlichkeit kann Handlungsmöglichkeiten erweitern. Sie kann aber auch dazu führen, dass ich Entscheidungen weniger bewusst wahrnehme.

    Wer gestaltet die Bedingungen, unter denen mein Körper mit einem System interagiert?

  3. 03

    Ist Erfassung schon Steuerung?

    Die Audioarbeit behauptet: Der Bildschirm verschwindet, die Kontrolle bleibt.

    Doch zwischen Erfassen, Interpretieren, Empfehlen und Steuern bestehen Unterschiede. Ein Sensor kann Bewegung registrieren, ohne daraus unmittelbar eine Entscheidung abzuleiten. Ein System kann unterstützen, ohne eine Handlung zu erzwingen.

    Entscheidend sind die konkrete Technik, ihre Einstellungen, der Umgang mit Daten und die Möglichkeiten, sich ihr zu entziehen.

    Wann unterstützt eine Schnittstelle meine Selbstbestimmung – und wann beginnt sie, mein Verhalten in eine bestimmte Richtung zu lenken?

  4. 04

    Und was ist mit mir?

    Ich beschäftige mich mit der Verbindung zwischen Körper, Wahrnehmung und digitalen Systemen. Auch in meiner eigenen Arbeit nutze ich Technologien, die Prozesse vereinfachen und neue Möglichkeiten eröffnen.

    Aber wann übernehme ich ihre Vorgaben, ohne sie zu hinterfragen? Wann folge ich einer Empfehlung, weil sie bequem erscheint? Und wie bewusst entscheide ich, welche körperlichen Erfahrungen ich aufzeichnen oder auswerten lasse?

    Ich möchte Technologie nicht grundsätzlich ablehnen. Ich möchte untersuchen, wie sie meine Wahrnehmung und mein Handeln verändert.

  5. 05

    Was verändert sich?

    Am Anfang stand die Behauptung: Der Körper wird Terminal.

    Inzwischen frage ich: Wie kann der Körper Ausgangspunkt eigener Wahrnehmung und Entscheidung bleiben, wenn er zugleich zur Schnittstelle digitaler Systeme wird?

    Die Untersuchung verschiebt sich von der Vorstellung einer technischen Übernahme zu den Bedingungen bewusster Interaktion. Nicht jede digitale Unterstützung bedeutet Fremdsteuerung. Aber nicht jede Erleichterung erweitert automatisch meine Freiheit.

  6. 06

    Wie untersuche ich weiter?

    BEFORE THE PROMPT. BEFORE THE SYSTEM.

    Ich möchte eine alltägliche Handlung zunächst ohne digitale Unterstützung wahrnehmen: gehen, mich orientieren, eine Bewegung ausführen oder eine Entscheidung treffen. Anschließend untersuche ich dieselbe Situation mit einem digitalen System.

    Was verändert sich in meiner Aufmerksamkeit? Welche Entscheidungen treffe ich selbst? Welche Vorschläge übernehme ich? Was wird erfasst, und was bleibt außerhalb der Messung?

    Ein möglicher CMG Materialraum könnte körperliche Handlung, digitale Rückmeldung und bewusste Entscheidung miteinander vergleichen. Experimenteller Entwurf – noch nicht durchgeführt.

  7. 07

    Beziehungen

    DIE UHR WEISS ES ZUERST — Wann beginnen Körperdaten, meine Selbstwahrnehmung zu beeinflussen?

    DIE GRUPPE SCHLÄFT NICHT — Wie entstehen Erwartungen und Verfügbarkeit durch digitale Strukturen?

    CMG MATERIALRÄUME — Wie lässt sich körperliche Wahrnehmung unabhängig von und im Zusammenspiel mit digitalen Systemen untersuchen?

    WORK — Wie verändern Assistenzsysteme unsere Entscheidungen und Handlungsabläufe?

    WHAT DIRECTS? — Was gibt meinem Handeln Richtung, wenn technische Systeme bereits Vorschläge machen?

Untersuchungsverlauf

  1. Ausgang ·

    Künstlerischer Impuls

    Bezug zum bisherigen Stand

    Die Audioarbeit beschreibt den Körper als digitale Schnittstelle und hinterfragt die Vorstellung technischer Bewegungsfreiheit.

  2. Spätere Wiederaufnahme · Perspektivverschiebung ·

    Redaktioneller Untersuchungsentwurf

    Bezug zum bisherigen Stand

    Die Frage verschiebt sich von der technischen Erfassung des Körpers zu den Bedingungen körperlicher Selbstbestimmung.

  3. Spätere Wiederaufnahme · Neues Experiment

    Mögliche Fortsetzung

    Bezug zum bisherigen Stand

    Konkrete Interfaces, körperliche Interaktionen und digitale Rückmeldungen beobachten und vergleichen.

Wo steht die Untersuchung heute?

Stand vom 31.10.2026

Ich habe mit der Vorstellung begonnen, dass der Körper selbst zum Terminal wird. Inzwischen interessiert mich weniger, ob digitale Systeme in unseren Alltag eindringen, als die Frage, wie ich meine Beziehung zu ihnen gestalte.

Technologie kann Bewegungen erleichtern, Informationen zugänglich machen und neue Erfahrungen ermöglichen. Sie kann aber auch Entscheidungen vorstrukturieren, ohne dass ich dies unmittelbar bemerke.

Der Körper ist nicht nur eine Datenquelle. Er bleibt der Ort, an dem ich wahrnehme, erfahre und handle.

Wie sich dieses Verhältnis unter veränderten technischen Bedingungen entwickelt, möchte ich weiter untersuchen.

Die Untersuchung bleibt offen.

Was gibt meinem Körper Richtung? Meine Wahrnehmung, meine Gewohnheiten, digitale Vorschläge oder technische Rückmeldungen?

Und was geschieht, wenn ich eine Handlung beginne, bevor ein System sie als Aufgabe erkennt?

ICH UNTERSUCHE. UND ICH TEILE.

Steffen Rolla · Künstlerische Untersuchung · Offener redaktioneller Entwurf

Diese Untersuchung verbindet besonders deutlich CMG mit WHAT DIRECTS?: Der Körper ist nicht nur Gegenstand digitaler Messung, sondern ein eigenständiger Ausgangspunkt für Wahrnehmung, Erfahrung und Entscheidung. Genau dieses Verhältnis wird im Zeitalter zunehmend unsichtbarer Interfaces zum künstlerischen Untersuchungsfeld.

Beziehungen — andere Situationen, verwandte Fragen

  • Gemeinsame Frage

    DER PO WAR ZUERST EIN MUSKEL.

    Was verändert sich, wenn Körperbewegungen zu Daten oder Eingaben werden?

    Was verändert sich, wenn Körperbewegungen zu Daten oder Eingaben werden?

    Schritt: Beziehungen

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