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Artistic investigation · DEMOCRACY · WHAT DIRECTS?

WIR SPRECHEN. ABER WER HÖRT ZU?

Was geschieht, wenn Menschen demokratisch handeln, aber nicht erleben, dass ihr Handeln etwas verändert?

Own observation

AUSGANGSIMPULS

Der Protestsoziologe Simon Teune beschreibt die „Gen Z regelt“-Demonstrationen als Ausdruck einer verbreiteten Zukunftsunsicherheit.

Junge Menschen beteiligen sich politisch, während sie gleichzeitig daran zweifeln, durch diese Beteiligung etwas verändern zu können.

Audio work

WIR SPRECHEN. ABER WER HÖRT ZU?

3:45

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Transcript

[Intro — whispered, close microphone, no music]

Wir sprechen.

Wir sprechen.

Wir.

Sprechen.

[Silence]

Aber wer hört zu?

[Verse 1 — spoken word, fragmented rhythm]

Wir gehen.

Wir stehen.

Wir fragen.

Wir warten.

Wir bringen Zeit.

Wir bringen Stimmen.

Wir bringen Zukunft.

Wir wollen etwas verändern.

[Pause]

Was verändert sich?

[Rhythmic Cut-up — electronic pulse begins]

Wir sprechen.

Wir sprechen.

Wir sprechen.

Wer hört?

Wer hört?

Wer hört?

Zu.

Zu.

Zu.

[Chorus — layered voices, gradually expanding]

WIR SPRECHEN.

ABER WER HÖRT ZU?

WIR HANDELN.

ABER WAS WIRKT?

WIR FRAGEN.

ABER WAS KOMMT ZURÜCK?

[Verse 2 — restrained, questioning]

Ein Schritt.

Eine Stimme.

Eine Entscheidung.

Ein Platz.

Eine Straße.

Eine Erwartung.

Wir handeln.

Und dann?

Ein Bild.

Ein Urteil.

Eine Schlagzeile.

Wer spricht über uns?

Wer spricht mit uns?

[Break — hard stop, dry single voice]

Wurde ich gehört?

Oder nur gesehen?

[Experimental Bridge — overlapping voices, shifting phrases]

Gesehen.

Gehört.

Verstanden.

Beantwortet.

Nicht dasselbe.

Nicht.

Dasselbe.

Aufmerksamkeit.

Ist nicht.

Wirksamkeit.

[Chorus — increasingly fragmented]

WIR SPRECHEN.

ABER WER HÖRT ZU?

WIR HANDELN.

ABER WAS WIRKT?

WER GIBT RICHTUNG?

WHAT DIRECTS?

[Recursive Section — echoes, voices answering themselves]

Ich wollte verändern.

Was hat sich verändert?

Ich wollte verändern.

Was hat mich verändert?

Was hat mich verändert?

Was hat mich ...

[Silence]

[Outro — one voice, almost documentary]

Vielleicht war die Antwort

nicht die Antwort,

die ich erwartet habe.

Vielleicht muss ich

die Frage verändern.

Wir sprechen.

[Long pause]

Wer hört zu?

[End — abrupt silence]

Own observation

BEOBACHTUNG

Menschen gehen auf die Straße. Sie entwickeln Forderungen, organisieren sich und investieren eigene Ressourcen.

Sie handeln, um etwas zu verändern.

Doch woran erkennen sie, ob ihr Handeln wirksam war?

Wie beeinflussen Politik, Medien und gesellschaftliche Reaktionen ihre Erfahrungen?

Shift of perspective

VERSCHIEBUNG

Nicht nur der Protest soll gesellschaftliche Verhältnisse verändern. Auch die gesellschaftliche Reaktion kann die Protestierenden verändern.

Aus Beteiligung können Selbstwirksamkeit, Enttäuschung oder neue Handlungsweisen entstehen.

Der Prozess wirkt auf die ursprünglichen Erwartungen und Ziele zurück.

Interpretation

EIGENE POSITION

Auch meine Wahrnehmung wird durch Berichterstattung und politische Deutungen beeinflusst.

Welche Perspektiven übernehme ich? Welche fehlen? Was kann ich überprüfen?

Ich untersuche nicht nur den Protest, sondern auch, wie mein eigenes Urteil darüber entsteht.

Interpretation

WAS OFFENBLEIBT

Wann wird aus demokratischer Beteiligung die Erfahrung, nichts bewirken zu können?

Und unter welchen Bedingungen erfahren Menschen ihre eigene gesellschaftliche Handlungsfähigkeit?

Interpretation

WEITERUNTERSUCHEN

Wann wird Aufmerksamkeit mit Wirksamkeit verwechselt?

Wie verändern politische Reaktionen unsere Erwartungen?

Wie können Menschen erfahren, dass ihr Handeln gesellschaftliche Bedeutung hat?

Status of the investigation

Where does the investigation stand today?

As of

Quelle

Timm Kühn: „Was die CDU macht, ist gemeingefährlich“. Interview mit Simon Teune, taz, 03.11.2026.

Untersuchungsstand

Offen. Neue Erfahrungen und Perspektiven können die Fragestellung verändern.

Steffen Rolla · Künstlerische Untersuchung · WHAT DIRECTS?

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