Wirkfeld
EDUCATION
Was gibt unserem Lernen Richtung?
EDUCATION bezeichnet das gesellschaftliche Wirkfeld, in dem künstlerische Arbeiten und Untersuchungen auf Schulen, Hochschulen, Akademien, Museen und andere Bildungszusammenhänge treffen.
In Bildungssituationen sind Aufgaben, Begriffe, Lernziele, Erwartungen und Bewertungsmaßstäbe häufig bereits vorhanden.
Sie beeinflussen, was als Frage erscheint, welches Wissen relevant wird und wann eine Antwort als richtig gilt.
WHAT DIRECTS? – Investigations into what shapes how we see, think and act – kann hier untersuchen, wie Wahrnehmung, vorhandenes Wissen, Erwartungen und Bewertungen unsere Denk- und Entscheidungsbewegungen beeinflussen.
Ausgangspunkt können Gegenstände, Materialien, Bilder, dokumentierte künstlerische Prozesse, Aufgabenstellungen oder konkrete Lernsituationen sein.
Eine Untersuchung muss vorhandenes Wissen nicht aufheben oder eine erwartete Antwort unterbrechen. Sie kann auch sichtbar machen, weshalb bestimmte Antworten plausibel, gut begründet oder notwendig sind.
CMG kann innerhalb bestimmter Untersuchungen als spezifische Architektur eingesetzt werden. Nicht jede EDUCATION-Untersuchung verwendet CMG. Nicht jede künstlerische Arbeit im Bildungskontext gehört zu WHAT DIRECTS?.
Alle Wirkfelder →NICHT NUR: WAS IST DIE RICHTIGE ANTWORT?
SONDERN: WAS HAT UNSERER ANTWORT BEREITS RICHTUNG GEGEBEN?
Was wäre, wenn Lernen nicht sofort zur Antwort wird?
Eine künstlerische Untersuchung kann Situationen eröffnen, in denen eine Aufgabe nicht nur erfüllt und Wissen nicht nur übernommen wird.
Nicht jede Untersuchung hat die Unterbrechung einer Antwort zum Ziel. Eine Antwort kann richtig, notwendig und gut begründet sein.
Untersucht wird, unter welchen Bedingungen sie entsteht und als richtig anerkannt wird. Die Offenheit einer künstlerischen Untersuchung ist keine Beliebigkeit von Wissen.
„Wahrnehmung vor der Antwort“ bleibt ein spezifischer Untersuchungsaspekt: was wahrgenommen wird, bevor eine Antwort gegeben wird. Das ist nicht die Erklärung jeder Untersuchung im Wirkfeld EDUCATION.
Eine Antwort kann richtig sein. Untersucht wird, wodurch sie zur Antwort wird.
Wann wird aus einer möglichen Antwort die richtige Antwort?
Eine Frage wird gestellt.
Eine erste Antwort entsteht.
Eine andere Möglichkeit wird erwogen.
Vorhandenes Wissen kommt hinzu.
Ein Begriff wird erklärt.
Ein Maßstab wird angewendet.
Eine Antwort wird bestätigt.
Eine andere verworfen.
Doch wodurch geschieht das? Wann wird eine Möglichkeit zur anerkannten Antwort? Wann wird eine andere ausgeschlossen? Und unter welchen Bedingungen kann eine bisher unberücksichtigte Möglichkeit wieder sichtbar werden?
WHAT DIRECTS? kann solche Übergänge untersuchen. Dabei wird nicht behauptet, dass jede Antwort gleichermaßen richtig wäre. Untersucht wird, wie Wissen, Erfahrung, Prüfung und Bewertung miteinander zusammenhängen.
WAS GIBT DEM ÜBERGANG VON EINER FRAGE ZU EINER ANTWORT RICHTUNG?
Was lernen wir aus einem dokumentierten Prozess?
Was glauben wir über einen Prozess zu wissen, wenn wir nur seine Aufzeichnung sehen?
Eine Künstlerin arbeitet. Ein Künstler trifft eine Entscheidung. Eine Handlung wird wiederholt. Ein Material verändert sich. Eine Erklärung wird gegeben. Oder eine Geschichte erzählt, die scheinbar nichts mit der entstehenden Arbeit zu tun hat.
Wir sehen eine Aufzeichnung dieses Prozesses. Was können wir daraus erkennen? Was bleibt uns verborgen? Was glauben wir über die Arbeitsweise oder den Menschen zu wissen?
Dokumentierte künstlerische Prozesse können in Bildungssituationen zum Ausgangspunkt neuer Untersuchungen werden.
Dabei geht es nicht darum, die Arbeitsweise eines Künstlers als richtige Methode zu übernehmen. Untersucht wird, wie wir Handlungen deuten, Entscheidungen erkennen und aus Beobachtungen Wissen gewinnen.
Erschlossen sind die Musebrink Edition im geistreich-Archiv und das Forschungsfeld Zwei Menschen. Zwei Vollzüge. Dort stehen die dokumentierten Prozesse von Gabriele Musebrink und Günther Reil nebeneinander. Eine eigene Archivseite zu Günther Reil liegt nicht vor.
Die Aufzeichnungen bleiben Dokumentationen der jeweiligen künstlerischen Arbeit. Sie werden nicht rückwirkend WHAT DIRECTS? zugeordnet. Über Entscheidungen, die in der Aufzeichnung nicht sichtbar sind, wird hier nichts behauptet.
WAS IST GESCHEHEN?
WAS DAVON IST DOKUMENTIERT?
WAS GLAUBEN WIR DESHALB ZU WISSEN?
Wie eine künstlerische Untersuchung im Bildungskontext entsteht
Ausgangspunkt kann eine bereits vorhandene Bildungssituation sein. Eine Frage. Ein Gegenstand. Ein Material. Eine Aufgabe. Eine Erwartung. Ein dokumentierter Prozess. Eine Bewertung.
Nicht immer muss zunächst eine neue Situation hergestellt werden. Auch die Untersuchung bestehender Bedingungen kann Teil der künstlerischen Arbeit sein.
Eine Untersuchung kann anschließend Materialien verändern, Informationen anders anordnen, körperliche Handlungen einbeziehen oder neue Perspektiven miteinander in Beziehung bringen.
Wie die Beteiligten darauf reagieren und welche Fragen daraus entstehen, wird nicht vollständig vorausbestimmt.
Eigenständige Werke können im Bildungskontext erscheinen, ohne eine benannte Untersuchung zu sein. Nicht jede künstlerische Arbeit dort ist eine WHAT DIRECTS?-Untersuchung.
DIE BEDINGUNGEN KÖNNEN UNTERSUCHT ODER VERÄNDERT WERDEN.
DER VERLAUF BLEIBT OFFEN.
Mögliche Realisierungen
Mögliche Formen, keine Liste abgeschlossener Projekte. Lernerfolge und künstlerische Ergebnisse werden nicht vorweggenommen.
- künstlerische Untersuchungen in Schulen
- Untersuchungen an Hochschulen und Akademien
- museumsbezogene Untersuchungen
- künstlerische Begegnungen mit Materialien und Objekten
- gemeinsame Untersuchungen dokumentierter Künstlerprozesse
- sprachliche und räumliche Setzungen
- körperliche und materiale Vollzüge
- Audio- und Filmarbeiten
- zeitlich begrenzte Untersuchungsformate
- ortsbezogene Arbeiten im Bildungsraum
- Editionen und dokumentarische Weiterführungen
- längerfristige künstlerische Zusammenarbeit
Künstlerische Untersuchungen im Bildungskontext
Schulen, Hochschulen, Akademien, Museen, Bibliotheken und andere Bildungseinrichtungen können eigenständige WHAT DIRECTS?-Untersuchungen beauftragen.
Ausgangspunkt kann eine konkrete Frage, ein Material, ein dokumentierter künstlerischer Prozess oder eine bestehende Bildungssituation sein.
Die Untersuchung kann Wahrnehmung, körperliche Handlung, Materialbearbeitung, Vergleich, Gespräch oder veränderte Informationsbedingungen einbeziehen.
Der organisatorische Rahmen wird vorab vereinbart. Dazu gehören je nach Vorhaben Ort, Dauer, Beteiligte, Betreuung, Materialien und die vereinbarten Leistungen. Der künstlerische Verlauf bleibt offen.
Die Untersuchung ersetzt weder Unterricht noch fachliche Bewertung oder institutionelle Bildungsaufgaben.
Insbesondere bei Untersuchungen mit Minderjährigen werden Zuständigkeiten, Aufsicht, altersgerechte Materialien, notwendige Einwilligungen und geeignete Durchführungsbedingungen vorab vereinbart. Diese Bedingungen stehen nicht bereits für jedes mögliche Format fest.
BEAUFTRAGT WIRD EINE KÜNSTLERISCHE UNTERSUCHUNG.
NICHT EIN VORHER FESTGELEGTES LERNERGEBNIS.
Eigenständige künstlerische Praxis
EDUCATION ist kein standardisiertes Unterrichtsprogramm und keine Sammlung vorgefertigter Lerntechniken.
Künstlerische Untersuchungen können innerhalb von Bildungseinrichtungen stattfinden und Fragen nach Wahrnehmung, Wissen, Deutung, Bewertung und Entscheidungen eröffnen.
Sie versprechen keine messbare Verbesserung von Lernleistung, Konzentration, Motivation oder Kreativität.
Ihr Wert besteht zunächst in der eigenständigen künstlerischen Untersuchung unter konkreten Bildungsbedingungen.
NICHT NUR: WAS HABEN WIR GELERNT?
SONDERN: WODURCH GLAUBEN WIR, ETWAS GELERNT ZU HABEN?
CMG als mögliche Untersuchungsarchitektur
Bei bestimmten Untersuchungen kann CMG – Creative Mind Gymnastics – eingesetzt werden.
Die Architektur ermöglicht es, bereits wirksame Bedingungen, bewusste Setzungen, offene Fragen, konkrete Vollzüge und entstandene Spuren miteinander in Beziehung zu setzen.
CMG kann die Untersuchung strukturieren, ohne deren Ergebnis vorzugeben. Nicht jede EDUCATION-Untersuchung benötigt CMG. WHAT DIRECTS? bleibt ein eigenständiges künstlerisches Untersuchungsfeld.
Zusammenarbeit
EDUCATION kann mit Schulen, Hochschulen, Museen, Bibliotheken, Akademien und anderen Bildungseinrichtungen realisiert werden.
Eine Zusammenarbeit kann von einem konkreten Bildungszusammenhang, einer offenen Frage oder einer bereits bestehenden künstlerischen Arbeit ausgehen.
WHAT DIRECTS? ermöglicht hierfür beauftragte künstlerische Untersuchungen. Der organisatorische Rahmen wird vereinbart. Das künstlerische Ergebnis wird nicht vorweggenommen.