Wirkfeld
WORK
Was gibt Entscheidungen und Handlungen Richtung?
WORK bezeichnet das gesellschaftliche Wirkfeld, in dem künstlerische Arbeiten und Untersuchungen auf die Bedingungen von Unternehmen und Organisationen treffen.
In Unternehmen sind Ziele, Rollen, Begriffe, Routinen und Erwartungen häufig bereits vorhanden, bevor eine konkrete Entscheidung getroffen wird.
Sie beeinflussen, welche Möglichkeiten erkannt, welche Alternativen verworfen und welche nächsten Schritte als selbstverständlich angesehen werden.
WHAT DIRECTS? – Investigations into what shapes how we see, think and act – kann genau hier ansetzen.
Ausgangspunkt einer Untersuchung kann ein konkreter Gegenstand, ein Material, eine Arbeitssituation, ein dokumentierter Prozess oder eine offene Frage sein.
Untersucht werden nicht nur Entscheidungen selbst, sondern auch die Bedingungen, unter denen bestimmte Entscheidungen naheliegend erscheinen.
CMG kann bei bestimmten Untersuchungen als spezifische Architektur eingesetzt werden. Nicht jede WORK-Untersuchung verwendet CMG. Nicht jede künstlerische Arbeit im Unternehmenskontext gehört zu WHAT DIRECTS?.
Alle Wirkfelder →NICHT NUR: WAS ENTSCHEIDEN WIR?
SONDERN: WAS HAT UNSERER ENTSCHEIDUNG BEREITS RICHTUNG GEGEBEN?
Sprache vor der Entscheidung
Bevor eine Entscheidung getroffen wird, sind häufig bereits Begriffe vorhanden, mit denen die Situation beschrieben wird.
Ein Problem wird benannt. Eine Alternative wird als realistisch eingeordnet. Eine Möglichkeit erscheint zu aufwendig. Eine andere gilt als selbstverständlich.
Sprache beschreibt diese Bedingungen nicht nur. Sie kann beeinflussen, welche Optionen überhaupt erkennbar werden.
Künstlerische Untersuchungen können Wörter, Aussagen, Benennungen und bestehende Deutungen zum Material machen.
Das ist ein spezifischer Untersuchungsaspekt. Er erklärt nicht jede Untersuchung im Wirkfeld WORK.
WAS WIRD MÖGLICH, WENN SICH DIE BESCHREIBUNG EINER SITUATION VERÄNDERT?
Was ein Unternehmen beauftragen kann
WHAT DIRECTS? entwickelt eigenständige künstlerische Untersuchungen, die innerhalb von Unternehmen und Organisationen stattfinden können.
Eine Untersuchung kann bei einem alltäglichen Gegenstand beginnen. Bei einem Material. Bei einem dokumentierten künstlerischen Prozess. Bei einer Entscheidung. Bei einer bestehenden Arbeitsroutine. Oder bei einer Frage, deren Antwort noch nicht feststeht.
Der Ausgangspunkt und die organisatorischen Rahmenbedingungen werden vorab vereinbart. Die konkrete künstlerische Untersuchung kann aus Wahrnehmung, Vergleich, körperlichem Vollzug, Gespräch, Materialbearbeitung oder veränderten Informationsbedingungen bestehen.
Welche Zusammenhänge sichtbar werden und welche Fragen daraus entstehen, ist nicht im Voraus festgelegt.
Ergebnisoffenheit ist keine organisatorische Unbestimmtheit. Leistungen, Dauer, Ort, Teilnahmebedingungen und Kosten werden vor einer Beauftragung nachvollziehbar vereinbart. Diese Einzelheiten gehören zur Anfrage, nicht auf diese Wirkfeldseite.
BEAUFTRAGT WIRD EINE KÜNSTLERISCHE UNTERSUCHUNG.
NICHT DIE BESTÄTIGUNG EINES ERWARTETEN ERGEBNISSES.
Beispiel einer möglichen künstlerischen Untersuchung
ANCHOA
Wann wird dasselbe anders?
Eine Konservendose kann zum Ausgangspunkt einer Untersuchung werden.
Zunächst begegnen Beteiligte dem Gegenstand unter bestimmten Bedingungen. Später können Informationen über Herkunft, Herstellung, Material oder geschmackliche Erfahrungen hinzukommen.
Was verändert sich dadurch? Bleibt es derselbe Gegenstand? Welche Erwartungen beeinflussen unsere Wahrnehmung? Wann verändert sich unsere Bewertung? Und wodurch wird etwas für uns anders, obwohl der Gegenstand möglicherweise derselbe geblieben ist?
Die Untersuchung kann erfahrbar machen, wie Wissen, Erwartungen und sinnliche Erfahrungen in unsere Deutungen und Entscheidungen hineinwirken.
ANCHOA ist hier als mögliche Untersuchung beschrieben, nicht als Nachweis einer durchgeführten Unternehmensuntersuchung.
Dieselbe Untersuchung kann auch in anderen Wirkfeldern relevant werden, etwa in EDUCATION oder EVERYDAY. Sie wird dadurch nicht zu verschiedenen Produkten. Die konkrete Realisierung hängt von den Bedingungen der jeweiligen Situation ab.
NICHT DIE DOSE MUSS ANDERS WERDEN.
UNTERSUCHT WIRD, WODURCH ETWAS FÜR UNS DASSELBE BLEIBT ODER ANDERS WIRD.
Künstlerische Entscheidungen beobachten
Das geistreich-Archiv enthält Dokumentationen künstlerischer Arbeitsprozesse und Begegnungen. Diese Aufzeichnungen können Ausgangspunkte neuer Untersuchungen werden.
Wie entscheidet ein Künstler während der Arbeit? Was wird sichtbar? Welche Möglichkeiten werden aufgegeben? Welche bleiben offen? Und was glauben wir über einen Prozess zu wissen, wenn wir nur seine Dokumentation sehen?
Eine Untersuchung kann historische künstlerische Arbeitsweisen mit gegenwärtigen Wahrnehmungen und Entscheidungen der Beteiligten in Beziehung setzen.
Dabei geht es nicht darum, künstlerische Arbeitsweisen als Managementmethoden zu übernehmen. Untersucht werden die Bedingungen von Entscheidungen und Deutungen.
Die Aufzeichnungen bleiben Dokumentationen der jeweiligen künstlerischen Arbeit. Sie werden nicht rückwirkend WHAT DIRECTS? zugeordnet.
WAS IST GESCHEHEN?
WAS DAVON IST DOKUMENTIERT?
WAS GLAUBEN WIR DESHALB ZU WISSEN?
Organisatorischer Rahmen
Der vereinbarte Rahmen und der künstlerische Verlauf sind zwei verschiedene Ebenen.
- 01 – Vereinbarung
- Ausgangspunkt, Ort, Dauer, Beteiligte, Leistungen und Rahmenbedingungen werden geklärt.
- 02 – Untersuchung
- Die künstlerische Untersuchung wird unter den vereinbarten Bedingungen durchgeführt. Ihr tatsächlicher Verlauf und ihre Ergebnisse bleiben offen.
- 03 – Abschluss
- Die vereinbarte Dokumentation, Edition oder mögliche Weiterführung wird entsprechend dem jeweiligen Auftrag realisiert.
Eine Dokumentation oder Edition gehört nur dann zur beauftragten Leistung, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurde.
Künstlerischer Verlauf
Innerhalb des organisatorischen Rahmens kann die Untersuchung unterschiedliche Wege nehmen.
Sie kann mit einer Frage, einer Setzung, einer Begegnung, einem Material, einer Aufzeichnung oder einer körperlichen Handlung beginnen.
Es gibt keinen für sämtliche Untersuchungen vorgeschriebenen Ablauf.
Eigenständige künstlerische Praxis
WORK ist kein standardisiertes Trainingsprogramm und keine Unternehmensberatung.
WHAT DIRECTS?-Untersuchungen dienen nicht der Bestätigung vorgegebener Managementziele. Sie können jedoch für Unternehmen relevante Fragen nach Wahrnehmung, Wissen, Entscheidungen, Routinen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen.
Eine Verbesserung von Zusammenarbeit, Führung oder Produktivität wird nicht als Ergebnis versprochen.
Der Wert einer Untersuchung liegt zunächst darin, unter konkreten Bedingungen eine eigenständige künstlerische Auseinandersetzung zu ermöglichen.
DIE UNTERSUCHUNG IST KEIN INSTRUMENT ZUR BESTÄTIGUNG BEREITS FESTSTEHENDER ANTWORTEN.
CMG als mögliche Untersuchungsarchitektur
CMG – Creative Mind Gymnastics – ist eine spezifische Architektur, die aus der langjährigen künstlerischen Praxis von Steffen Rolla hervorgegangen ist.
Sie kann innerhalb bestimmter WORK-Untersuchungen eingesetzt werden. Dabei können bereits wirksame Bedingungen, bewusste Setzungen, Fragen, körperliche Vollzüge und Spuren miteinander in Beziehung gesetzt werden. Setzung, Situation, Vollzug und Spur bleiben in diesem Zusammenhang möglich. Sie sind keine vorgeschriebene Abfolge für jede Untersuchung im Wirkfeld WORK.
Nicht jede WORK-Untersuchung benötigt CMG. WHAT DIRECTS? bleibt ein eigenständiges künstlerisches Untersuchungsfeld.
Zusammenarbeit
Unternehmen, Organisationen und Veranstalter können eine WHAT DIRECTS?-Untersuchung für einen konkreten Anlass beauftragen.
Mögliche Kontexte sind interne Veranstaltungen, Führungskräftetreffen, Teamtage, Bildungsprogramme oder eigenständige künstlerische Projekte.
Der Ausgangspunkt, die Teilnahmebedingungen, der räumliche Rahmen, die Dauer und das Honorar werden vorab vereinbart. Die künstlerische Untersuchung und ihr möglicher Erkenntnisverlauf bleiben offen.