FORSCHUNG

Fragen, die über ein einzelnes Werk hinausreichen.

Künstlerische Forschung verfolgt Fragen, die aus der Arbeit entstehen und über ein einzelnes Werk hinaus weiterwirken.

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Ausgangspunkt kann ein Werk sein.

Eine Beobachtung.

Ein Reiz aus dem Alltag.

Eine Reise.

Ein Material.

Eine mediale Verschiebung.

Eine Begegnung.

Ein Widerspruch.

Oder eine Frage, die sich im Arbeiten nicht erledigt.

Manche dieser Fragen führen zu weiteren Werken.

Manche verbinden mehrere Arbeiten zu einem größeren Zusammenhang.

Manche verändern ein Verfahren.

Manche bleiben über Jahre offen.

Und aus einem Teil dieser Forschung ist mit CMG eine eigene künstlerisch-methodische Systembildung hervorgegangen.

FORSCHUNG IST GRÖSSER ALS CMG.
CMG IST EINE SYSTEMBILDUNG INNERHALB DIESER FORSCHUNG.

Werk und Forschung

Forschung steht nicht außerhalb des Werks.

Eine Arbeit kann eine Frage hervorbringen.

Eine Frage kann zu einer Untersuchung werden.

Eine Untersuchung kann ein neues Werk hervorbringen.

Und ein Werk kann verändern, was zuvor als Forschungsfrage formuliert wurde.

Deshalb gibt es keinen einfachen Weg von Forschung zum Ergebnis.

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WERKFRAGEFORSCHUNGWERK

Nicht jede Untersuchung muss zu einem Werk führen.

Nicht jedes Werk muss Teil eines Forschungsfeldes sein.

Entscheidend ist, dass eine Frage weitergetragen wird, wenn sie sich in einer einzelnen Arbeit nicht erschöpft.

Forschungsfelder

Forschungsfelder versammeln Fragen, die über einzelne Arbeiten, Medien oder Situationen hinweg verfolgt werden.

Sie sind keine Werke, keine Werkreihen, keine Werkkomplexe, keine Wirkfelder und keine Produktlinien.

Sie können mit freien Arbeiten ebenso verbunden sein wie mit CMG.

Vom erzeugten Material zur verantworteten Werkfassung

Der gegenwärtige Mensch–Maschine–Prozess

  1. ABSICHT
  2. PROMPT
  3. GENERIERUNG
  4. AUSWAHL
  5. EINGRIFF
  6. VERANTWORTUNG

Wie entsteht aus maschinell erzeugtem Material eine eigenständige Werkfassung?

Die Untersuchung fragt, wie generatives oder maschinell hervorgebrachtes Material nicht als fertiges Ergebnis übernommen wird.

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Zwischen Erzeugung und Werk liegen Auswahl, Eingriff, Verwerfung, Entscheidung, Kontext und Verantwortung.

Untersucht wird deshalb nicht allein die technische Generierung. Untersucht wird der künstlerische Prozess, durch den erzeugtes Material ausgewählt, verändert, zurückgewiesen oder als Teil einer verantworteten Werkfassung übernommen wird.

NICHT DIE ERZEUGUNG ENTSCHEIDET ÜBER DAS WERK.
ENTSCHEIDEND IST, WAS MIT DEM ERZEUGTEN GESCHIEHT.

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Zwei Menschen. Zwei Vollzüge.

Gabriele Musebrink und Reil im filmisch dokumentierten künstlerischen Prozess

Gabriele Musebrink
Reil

Wie verschieden entsteht künstlerisches Wissen, wenn zwei Menschen mit Material, Zeit, Widerstand und Entscheidung arbeiten?

Die historischen filmischen Aufzeichnungen zeigen keine abstrakten Methoden. Sie zeigen Menschen beim Arbeiten.

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Beginn. Rhythmus. Pause. Wiederholung. Materialantwort. Entscheidung. Verwerfen. Weiterführen.

Die Untersuchung fragt nicht danach, welches Vorgehen richtig ist. Sie untersucht, wie unterschiedlich künstlerischer Vollzug sein kann – und wie sich darin jeweils eigene Formen von Wahrnehmung, Entscheidung und Wissen bilden.

ZWEI MENSCHEN.
ZWEI VOLLZÜGE.
KEINE GEMEINSAME FORMEL.

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Das Archiv als Grundlage

Das geistreich Archiv bewahrt filmische Aufzeichnungen künstlerischer Arbeitsprozesse.

Es ermöglicht, Vollzüge nicht nur aus der Erinnerung oder aus fertigen Werken zu betrachten, sondern wiederholt zu sehen und zu hören.

BEWEGUNGEN

PAUSEN

ENTSCHEIDUNGEN

WIEDERHOLUNGEN

VERWERFUNGEN

DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN DEM, WAS GESAGT WIRD, UND DEM, WAS TATSÄCHLICH GESCHIEHT

Das Archiv ist damit keine eigene Forschungsfrage.

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Es ist Material, aus dem neue Fragen entstehen können.

Wie erscheint das Eigene eines Menschen in seinem künstlerischen Vollzug?

Die Verbindung

Die beiden gegenwärtigen Untersuchungen liegen zunächst weit auseinander.

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FORSCHUNG 01

fragt nach Werkbildung unter den Bedingungen generativer Systeme. Die eine untersucht eine gegenwärtige Mensch–Maschine-Konstellation.

FORSCHUNG 02

fragt nach der Verschiedenheit menschlicher künstlerischer Vollzüge. Die andere blickt auf dokumentierte körperliche und materielle Arbeitsprozesse zurück.

Gemeinsam berühren sie eine größere Frage:

WANN WIRD AUS MÖGLICHKEIT EINE VERANTWORTETE KÜNSTLERISCHE ENTSCHEIDUNG?

Dabei geht es um Wahrnehmung, Auswahl, Widerstand, Verwerfen, Entscheidung und Verantwortung – unter sehr unterschiedlichen Bedingungen.

Forschung kann verschiedene Formen annehmen

Nicht jede Forschungsfrage benötigt dieselbe Form.

Sie kann sich entwickeln als:

TEXT

FILM

FOTOGRAFIE

AUDIO

WERK

WERKKOMPLEX

EDITION

ARCHIVARBEIT

REISE / FELDFORSCHUNG

KÜNSTLERISCHE UNTERSUCHUNG

CMG-UNTERSUCHUNG

oder als Verbindung mehrerer dieser Formen.

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Eine Forschungsfrage kann über verschiedene Medien und Situationen hinweg bestehen bleiben.

Keine dieser Formen ist automatisch mit CMG gleichzusetzen.

Forschungsfeld und Wirkfeld

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Forschungsfeld

Was wird über längere Zeit untersucht? Zum Beispiel: Werkbildung, Autorschaft, Wahrnehmung, künstlerischer Vollzug, Ort, Geschmack, Verantwortung.

Wirkfeld

In welchem gesellschaftlichen Zusammenhang wird CMG praktisch? Zum Beispiel: Arbeit, Bildung, Gesundheit, Demokratie, Stadt, Alltag.

Ein Forschungsfeld gehört nicht automatisch zu einem Wirkfeld.

Und ein freies Werk benötigt weder das eine noch das andere.

Geschützte Forschung

Ein Teil der laufenden Untersuchungen entsteht zunächst außerhalb der öffentlichen Werkdarstellung.

Dort können Material, Fragen, Versuche und unfertige Zusammenhänge weitergeführt werden, bevor entschieden wird, ob und in welcher Form daraus ein öffentliches Werk, eine Edition, ein Text oder eine Untersuchung entsteht.

RE/TEXT — Untersuchungen von Gegenwartsmaterial.

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UN/TASTE — Untersuchungen von Geschmack, Ort und kultureller Verwurzelung.

Forschung und CMG

CMG ist aus einer langjährigen künstlerischen Praxis und Forschung hervorgegangen.

Es ist heute ein entwickelter Apparat für eine bestimmte Form der Untersuchung: die Frage nach Bedingungen, unter denen bereits gestaltete Wahrnehmung zu Bedeutung wird und sich vorschnell schließen kann.

CMG ist damit ein wichtiger Forschungszusammenhang.

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Aber nicht die Gesamtheit der Forschung.

FORSCHUNG KANN SYSTEME HERVORBRINGEN.
ABER SIE GEHT NICHT IN IHNEN AUF.

Forschung bleibt offen

Künstlerische Forschung dient nicht dazu, jedes Werk nachträglich theoretisch zu erklären.

Sie beginnt dort, wo eine Frage nach einer Arbeit nicht abgeschlossen ist.

Sie kann zu einem Werk führen.

Ein Werk kann sie unterbrechen.

Eine neue Beobachtung kann ihre Richtung verändern.

Ein Verfahren kann aus ihr hervorgehen.

Und manchmal verdichtet sich Forschung so weit, dass eine eigene Architektur entsteht.

CMG ist auf diese Weise aus langjähriger künstlerischer Praxis und Forschung hervorgetreten.

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Es ist heute ein entwickelter Apparat für eine bestimmte Form der Untersuchung.

Aber es ist nicht die Gesamtheit der Forschung.

DAS WERK KANN EINE FRAGE ÖFFNEN.
DIE FORSCHUNG HÄLT SIE IN BEWEGUNG.