FORSCHUNG

Fragen, die über ein einzelnes Werk hinausreichen.

Künstlerische Forschung verfolgt Fragen, die aus der Arbeit entstehen und über ein einzelnes Werk hinaus weiterwirken.

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Ausgangspunkt kann ein Werk sein.

Eine Beobachtung.

Ein Reiz aus dem Alltag.

Eine Reise.

Ein Material.

Eine mediale Verschiebung.

Eine Begegnung.

Ein Widerspruch.

Oder eine Frage, die sich im Arbeiten nicht erledigt.

Manche dieser Fragen führen zu weiteren Werken.

Manche verbinden mehrere Arbeiten zu einem größeren Zusammenhang.

Manche verändern ein Verfahren.

Manche bleiben über Jahre offen.

Und aus einem Teil dieser Forschung ist mit CMG eine eigene künstlerisch-methodische Systembildung hervorgegangen.

Forschung und Untersuchung

Künstlerische Forschung kann aus einem Werk, einer Begegnung, einem Material, einer Beobachtung oder einer offenen Frage hervorgehen.

Sie kann über Jahre weitergetragen werden, ihre Richtung verändern oder unterschiedliche Werke und Untersuchungen miteinander verbinden.

Mit WHAT DIRECTS? hat sich daraus ein eigenständiges künstlerisches Untersuchungsfeld entwickelt. Es fragt, was unserer Wahrnehmung, unserem Denken und Handeln bereits Richtung gibt.

Dabei werden nicht nur bestehende Zusammenhänge untersucht, sondern auch die Bedingungen, unter denen Möglichkeiten entstehen, verschwinden oder zu tatsächlichen Handlungen werden.

CMG ist eine weitere Entwicklung dieser künstlerischen Praxis: eine spezifische Architektur, die bei bestimmten Untersuchungen eingesetzt werden kann.

FORSCHUNG KANN UNTERSUCHUNGSFELDER UND ARCHITEKTUREN HERVORBRINGEN.
ABER SIE GEHT IN KEINEM VON IHNEN AUF.

Werk und Forschung

Forschung steht nicht außerhalb des Werks.

Eine Arbeit kann eine Frage hervorbringen.

Eine Frage kann zu einer Untersuchung werden.

Eine Untersuchung kann ein neues Werk hervorbringen.

Und ein Werk kann verändern, was zuvor als Forschungsfrage formuliert wurde.

Deshalb gibt es keinen einfachen Weg von Forschung zum Ergebnis.

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WERKFRAGEFORSCHUNGWERK

Nicht jede Untersuchung muss zu einem Werk führen.

Nicht jedes Werk muss Teil eines Forschungsfeldes sein.

Entscheidend ist, dass eine Frage weitergetragen wird, wenn sie sich in einer einzelnen Arbeit nicht erschöpft.

Ein Werk kann auch unabhängig von einer benannten Forschung bestehen. Die Beziehungen bleiben offen.

Forschungsfelder

Forschungsfelder versammeln Fragen, die über einzelne Arbeiten, Medien oder Situationen hinweg verfolgt werden.

Sie sind keine Werke, keine Werkreihen, keine Werkkomplexe, keine Wirkfelder und keine Produktlinien.

Sie können mit eigenständigen Arbeiten, mit WHAT DIRECTS? oder mit CMG verbunden sein. Sie müssen es nicht.

Vom erzeugten Material zur verantworteten Werkfassung

Der gegenwärtige Mensch–Maschine–Prozess

  1. ABSICHT
  2. PROMPT
  3. GENERIERUNG
  4. AUSWAHL
  5. EINGRIFF
  6. VERANTWORTUNG

Wie entsteht aus maschinell erzeugtem Material eine eigenständige Werkfassung?

Die Untersuchung fragt, wie generatives oder maschinell hervorgebrachtes Material nicht als fertiges Ergebnis übernommen wird.

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Zwischen Erzeugung und Werk liegen Auswahl, Eingriff, Verwerfung, Entscheidung, Kontext und Verantwortung.

Untersucht wird deshalb nicht allein die technische Generierung. Untersucht wird der künstlerische Prozess, durch den erzeugtes Material ausgewählt, verändert, zurückgewiesen oder als Teil einer verantworteten Werkfassung übernommen wird.

NICHT DIE ERZEUGUNG ENTSCHEIDET ÜBER DAS WERK.
ENTSCHEIDEND IST, WAS MIT DEM ERZEUGTEN GESCHIEHT.

Wann wird aus mehreren möglichen Fassungen eine tatsächlich verantwortete Werkentscheidung?

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Zwei Menschen. Zwei Vollzüge.

Gabriele Musebrink und Reil im filmisch dokumentierten künstlerischen Prozess

Gabriele Musebrink
Reil

Wie verschieden entsteht künstlerisches Wissen, wenn zwei Menschen mit Material, Zeit, Widerstand und Entscheidung arbeiten?

Die historischen filmischen Aufzeichnungen zeigen keine abstrakten Methoden. Sie zeigen Menschen beim Arbeiten.

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Beginn. Rhythmus. Pause. Wiederholung. Materialantwort. Entscheidung. Verwerfen. Weiterführen.

Die Untersuchung fragt nicht danach, welches Vorgehen richtig ist. Sie untersucht, wie unterschiedlich künstlerischer Vollzug sein kann – und wie sich darin jeweils eigene Formen von Wahrnehmung, Entscheidung und Wissen bilden.

ZWEI MENSCHEN.
ZWEI VOLLZÜGE.
KEINE GEMEINSAME FORMEL.

Gegenwärtige Forschungsperspektive, nicht die ursprüngliche Absicht der historischen Aufzeichnung. Insbesondere im Zusammenhang mit den dokumentierten Arbeitsprozessen von Günther Reil: Welche Möglichkeiten bleiben offen, wann wird eine verworfen, wann erhält eine Handlung Richtung, und welche Entscheidungen bleiben unsichtbar?

Was gibt einer künstlerischen Handlung Richtung, wenn das Gesprochene nicht das erklärt, was geschieht?

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Das Archiv als Grundlage

Das geistreich Archiv bewahrt filmische Aufzeichnungen künstlerischer Arbeitsprozesse.

Es ermöglicht, Vollzüge nicht nur aus der Erinnerung oder aus fertigen Werken zu betrachten, sondern wiederholt zu sehen und zu hören.

BEWEGUNGEN

PAUSEN

ENTSCHEIDUNGEN

WIEDERHOLUNGEN

VERWERFUNGEN

DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN DEM, WAS GESAGT WIRD, UND DEM, WAS TATSÄCHLICH GESCHIEHT

Das Archiv ist damit keine eigene Forschungsfrage.

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Es ist Material, aus dem neue Fragen entstehen können.

Wie erscheint das Eigene eines Menschen in seinem künstlerischen Vollzug?

Das Archiv als Ausgangspunkt neuer Untersuchungen

Das geistreich-Archiv bewahrt dokumentierte künstlerische Arbeitsprozesse, Begegnungen und Unterrichtssituationen.

Diese Aufzeichnungen ermöglichen es, vergangene Handlungen erneut zu betrachten. Aber eine Aufzeichnung ist nicht der vergangene Prozess selbst.

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Kameraposition, Bildausschnitt, Schnitt, Ton und zeitlicher Abstand beeinflussen, was sichtbar und hörbar wird. Auch unser gegenwärtiges Wissen und unsere Erwartungen wirken an der Deutung mit.

WAS IST GESCHEHEN?

WAS DAVON IST DOKUMENTIERT?

WAS GLAUBEN WIR DESHALB ZU WISSEN?

Die Aufzeichnungen werden damit nicht nur als Belege vergangener künstlerischer Arbeitsweisen betrachtet. Sie können selbst zu Gegenständen neuer künstlerischer Untersuchungen werden.

NICHT DAS VERGANGENE GESCHEHEN VERÄNDERT SICH.
SONDERN WAS WIR ANHAND SEINER DOKUMENTATION ZU WISSEN GLAUBEN.

Die Verbindung

Die beiden gegenwärtigen Untersuchungen liegen zunächst weit auseinander.

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FORSCHUNG 01

fragt nach Werkbildung unter den Bedingungen generativer Systeme. Die eine untersucht eine gegenwärtige Mensch–Maschine-Konstellation.

FORSCHUNG 02

fragt nach der Verschiedenheit menschlicher künstlerischer Vollzüge. Die andere blickt auf dokumentierte körperliche und materielle Arbeitsprozesse zurück.

Gemeinsam berühren sie eine größere Frage:

WANN WIRD AUS MÖGLICHKEIT EINE VERANTWORTETE KÜNSTLERISCHE ENTSCHEIDUNG?

Dabei geht es um Wahrnehmung, Auswahl, Widerstand, Verwerfen, Entscheidung und Verantwortung – unter sehr unterschiedlichen Bedingungen.

Mögliche Forschungsrichtungen, keine Behauptung einzelner historischer Entscheidungen:

  • Welche Möglichkeiten waren zu einem bestimmten Zeitpunkt noch offen?
  • Welche Möglichkeiten wurden aufgegeben?
  • Welche wurden nicht wahrgenommen?
  • Wann wurde aus einer Möglichkeit eine tatsächliche Handlung?
  • Welche Entscheidungen beeinflussten den weiteren Verlauf?
  • Was bleibt davon in der Dokumentation sichtbar?

WHAT DIRECTS?

Investigations into what shapes how we see, think and act.

WHAT DIRECTS? ist ein eigenständiges künstlerisches Untersuchungsfeld innerhalb der umfassenderen künstlerischen Praxis von Steffen Rolla.

Es untersucht, was unserer Wahrnehmung, unserem Denken und Handeln bereits Richtung gibt.

Ausgangspunkt können Gegenstände, Materialien, Geschmäcker, Bilder, Sprache, dokumentierte Prozesse, Begegnungen oder konkrete Situationen sein.

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Untersucht werden nicht nur vorhandene Zusammenhänge, sondern auch ihre Entstehung und Veränderung.

  • Wann wird aus einer Möglichkeit eine Handlung?
  • Wann verschwindet eine zuvor vorhandene Möglichkeit?
  • Was muss geschehen, damit etwas bisher Undenkbares oder Unmögliches möglich wird?
  • Und wann wird dasselbe anders?

Eine WHAT DIRECTS?-Untersuchung kann neue Forschungsfragen hervorbringen, vorhandenes Material erneut erschließen oder zu eigenständigen Werken und Editionen führen. Ihr Ergebnis wird nicht vorweggenommen.

WAS GIBT DEM ÜBERGANG VON EINEM ZUSTAND IN DEN NÄCHSTEN RICHTUNG?

Forschung kann verschiedene Formen annehmen

Nicht jede Forschungsfrage benötigt dieselbe Form.

Sie kann sich entwickeln als:

TEXT

FILM

FOTOGRAFIE

AUDIO

WERK

WERKKOMPLEX

EDITION

ARCHIVARBEIT

REISE / FELDFORSCHUNG

KÜNSTLERISCHE UNTERSUCHUNG

WHAT-DIRECTS?-UNTERSUCHUNG

CMG-UNTERSUCHUNG

oder als Verbindung mehrerer dieser Formen.

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Diese Formen schließen einander nicht aus. Eine Untersuchung kann selbst Werkcharakter besitzen. Eine Dokumentation kann Teil einer Untersuchung sein. Eine Edition kann eine Untersuchung zugänglich machen oder selbst ein Werk sein.

Die konkrete künstlerische Einordnung entscheidet über die Zuordnung. Keine dieser Formen ist automatisch WHAT DIRECTS? oder CMG.

Forschungsfeld und Wirkfeld

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Forschungsfeld

Was wird über längere Zeit untersucht? Zum Beispiel: Werkbildung, Autorschaft, Wahrnehmung, künstlerischer Vollzug, Ort, Geschmack, Verantwortung.

Wirkfeld

In welchem gesellschaftlichen Zusammenhang findet eine künstlerische Arbeit oder Untersuchung statt? Zum Beispiel: Arbeit, Bildung, Gesundheit, Demokratie, Stadt, Alltag.

Ein Forschungsfeld kann in unterschiedlichen Wirkfeldern untersucht werden. Ein Wirkfeld ist kein vorgegebenes Forschungsziel.

Nicht jedes Werk und nicht jede Untersuchung benötigt eine solche Zuordnung.

Geschützte Forschung

Ein Teil der laufenden Untersuchungen entsteht zunächst außerhalb der öffentlichen Werkdarstellung.

Dort können Material, Fragen, Versuche und unfertige Zusammenhänge weitergeführt werden, bevor entschieden wird, ob und in welcher Form daraus ein öffentliches Werk, eine Edition, ein Text oder eine Untersuchung entsteht.

RE/TEXT — Untersuchungen von Gegenwartsmaterial.

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UN/TASTE — Untersuchungen von Geschmack, Ort und kultureller Verwurzelung.

Forschung, WHAT DIRECTS? und CMG

Künstlerische Forschung kann unterschiedliche Untersuchungsfelder, Verfahren und Architekturen hervorbringen.

WHAT DIRECTS? ist ein eigenständiges künstlerisches Untersuchungsfeld, das danach fragt, was Wahrnehmung, Denken und Handeln Richtung gibt.

CMG – Creative Mind Gymnastics – ist eine spezifische Untersuchungsarchitektur, die aus der langjährigen künstlerischen Praxis und Forschung hervorgegangen ist.

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CMG kann innerhalb bestimmter WHAT DIRECTS?-Untersuchungen eingesetzt werden. Es ist dafür jedoch keine Voraussetzung. Ebenso muss nicht jede künstlerische Forschung unter WHAT DIRECTS? stattfinden.

FORSCHUNG IST GRÖSSER ALS WHAT DIRECTS? UND CMG.
BEIDE SIND ENTWICKLUNGEN INNERHALB EINER UMFASSENDEREN KÜNSTLERISCHEN PRAXIS.

Forschung bleibt offen

Künstlerische Forschung dient nicht dazu, jedes Werk nachträglich theoretisch zu erklären.

Sie beginnt dort, wo eine Frage nach einer Arbeit nicht abgeschlossen ist.

Sie kann zu einem Werk führen.

Ein Werk kann sie unterbrechen.

Eine neue Beobachtung kann ihre Richtung verändern.

Ein Verfahren kann aus ihr hervorgehen.

Und manchmal verdichtet sich Forschung so weit, dass eine eigene Architektur entsteht.

CMG ist auf diese Weise aus langjähriger künstlerischer Praxis und Forschung hervorgetreten.

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Es ist heute ein entwickelter Apparat für eine bestimmte Form der Untersuchung.

Aber es ist nicht die Gesamtheit der Forschung.

DAS WERK KANN EINE FRAGE ÖFFNEN.
DIE FORSCHUNG HÄLT SIE IN BEWEGUNG.

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